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Renommierte Wissenschaftler diskutieren mit Ausstellungsmachern des Diözesanmuseums Paderborn

Es ist ein Charakteristikum der großen Paderborner Ausstellungen, dass sie einem breiten Publikum seltene Schätze und ungewöhnliche Blickwinkel erschließen und parallel dazu wissenschaftliche Forschung sowie wichtige Restaurierungsprojekte vorantreiben. So trafen sich am Montag, 25. April 2016, zehn bedeutende wissenschaftliche Experten mit dem Team des Diözesanmuseums Paderborn, das zurzeit die große Ausstellung „WUNDER ROMs – Die Antiken des Vatikan im Blick des Nordens“ (31.3.-13.8.2017) vorbereitet. Mit dabei war auch der Direktor der Pinacoteca Vaticana, Prof. Dr. Arnold Nesselrath. Er ist nicht nur ein wichtiger wissenschaftlicher Gesprächspartner der Ausstellungsmacher, sondern auch Fürsprecher bei Leihverhandlungen mit den Museen in Rom. Generalvikar Alfons Hardt begrüßte die Gäste aus Wissenschaft und Forschung im Paderborner Diözesanmuseum.

Bei dem ganztägigen Austausch ging es unter anderem um die „Mirabilia Romae“, die Wunderwerke Roms, und ihre Rezeptionsgeschichte. Ungebrochen ist insbesondere die Wirkung der teils gewaltigen Götter- und Herrscher-Statuen Roms, die den Untergang der antiken Welt überdauert haben. Schwankten frühe Christen noch zwischen Furcht und Verehrung, so wurden diese faszinierenden Werke in der Renaissance zum Inbegriff des antiken Kunstideals mit geradezu magischer Anziehungskraft auf die Künstler des Nordens. Bis heute ist ihre Bildmacht für Kunstschaffende aller Gattungen Inspirationsquelle und Herausforderung zugleich.

Die Teilnehmer/innen der Tagung: Neben Prof. Nesselrbeirat-wunderroms-dioezesanmuseum-25april2016(1)ath, der auch stellvertretender Direktor der vatikanischen Museen und Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin ist, nimmt auch Prälat Prof. em. Dr. Max Eugen Kemper am Treffen teil, der seit vielen Jahren Ratgeber der Paderborner Kuratoren ist. Als Botschaftsrat A.D. am Heiligen Stuhl, ist er ein profunder Kenner der römischen Kunstschätze und hat in zahlreichen Veröffentlichungen Themen der christlichen Kunstgeschichte beleuchtet. Zu den Spezialgebieten von Prof. Dr. Dietrich Boschung, Universität zu Köln, gehören die antike Trauer- und Begräbniskultur, das antike Porträt sowie das Nachleben der Antike. Mit Dr. Patrizia Carmassi, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, konnte eine Expertin für Handschriften, Text- und Bildforschung gewonnen werden. Anastasia Dittmann M.A., von der Universität Berlin, promoviert zurzeit zum Themenbereich Antikenrezeption und frühe Fotografie. Schwerpunkte von Prof. Dr. Manfred Luchterhandt, Universität Göttingen, sind u.a. die Kunstgeschichte Italiens und des Mittelalters. Wie schon bei der Paderborner Credo-Ausstellung 2013, gehört wieder der Archäologe und Privat-Dozent Dr. Sebastian Ristow dem Beirat an. Er arbeitet im Schnittbereich von frühchristlicher und frühmittelalterlicher Archäologie. Am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin ist Timo Strauch M.A mit dem Projekt „Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“ betraut. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten Architektur und Architekturtheorie der Renaissance in Italien sowie Antikenrezeption in der Renaissance. PD Dr. Gia Toussaint, Universität Hamburg ist Expertin für Reliquien, ihre Habilitationsschrift handelt von der „Sichtbarkeit der Reliquien im Zeitalter der Kreuzzüge“. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck, Universität Bonn, ist spezialisiert auf die Forschung vom Früh- bis zum Spätmittelalter. Einen Schwerpunkt bildet dabei die romanische und hochmittelalterliche Buch- und Monumentalmalerei.