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Das Diözesanmuseum wurde nach Entwürfen des Kölner Architekten Gottfried Böhm in den Jahren von 1967/68 bis 1975 errichtet. Die Geschossebenen des Baus einschließlich seiner Fassaden hängen an einer Trägerkonstruktion, die auf vier Stützen ruht. Diese umgreifen mittelalterliche Gewölberäume. Zwei davon gehören zum ehemaligen Wohnpalast des Paderborner Bischofs Meinwerk (1009–1036). Mit seiner Transparenz nach innen und außen, mit seinem Großraum, der keine trennenden Zwischenwände und Kabinette im herkömmlichen Sinne kennt, steht das Diözesanmuseum in Paderborn beispielhaft für die Museumskonzeption der späten 60er Jahre, einer aus der Rückschau betrachtet für die weitere Entwicklung ganz entscheidenden Zeit, in der man das Museum alten Stils in Frage stellte und um ein neues Selbstverständnis stritt. Der Ruf „Weg vom verstaubten Musentempel, hin zu mehr Offenheit und Transparenz!“ war im Böhm’schen Museum in Paderborn gebaute Wirklichkeit geworden. Mit seinen gestuften Bleifassaden behauptet es sich selbstbewusst wie ein skulptural aufgefasstes Schreingehäuse neben dem Dom. Auch nach innen kultivierte das Gebäude seinen ganz individuellen Stil. Es trug die Signatur des Architekten bis ins Detail der Vitrinen und Postamente. Bestimmend für das Raumerlebnis im Inneren des Museum ist der ruhige, aufsteigende Rhythmus der Ebenen, die jeweils über Treppen miteinander verbunden sind.

Dass das Museum faktisch ein gebautes Treppenhaus ist, stellt im Hinblick auf seine Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein großes Problem dar. Demographischer Wandel, gesteigerte Besucherzahlen sowie der Ausbau des museumspädagogischen Programms haben die Frage der Zugänglichkeit in den vergangenen zehn Jahren immer mehr in den Vordergrund rücken lassen. Momentan arbeiten Museum und Erzbistum gemeinsam mit Experten an einer Lösung, die einerseits das vom Architekten ursprünglich vorgesehene und im Rahmen zahlreicher Sonderausstellungen bewährte Raumkonzept beibehält, andererseits jedoch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität größtmögliche Erlebbarkeit der musealen Räume ermöglicht.

Über die weitere Entwicklung werden wir Sie hier informieren.