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Der Bau von Gottfried Böhm

1967 entschloss sich das Erzbistum  zum Neubau eines Museums (Abbildungen siehe „Geschichte – seit 1853“), das auf der Südwestseite des Domes entstehen sollte, wo sich bis zur Kriegszerstörung eine drei- bis fünfgeschossige Fachwerkbebauung befunden hatte. Der durch einen begrenzten Wettbewerb ermittelte, vom Preisgericht am 12. Februar 1969 einstimmig favorisierte Entwurf des Kölner Architekten Prof. Gottfried Böhm gelangte in leicht veränderter Form zur Ausführung. Am 25. Mai 1975 konnte der Neubau  seiner Bestimmung übergeben werden.

Bauliche Situation vor 1945

Bauliche Situation vor 1945

Lage des Diözesanmuseums über dem ehem. Palast Bischof Meinwerks

Lage des Diözesanmuseums über dem mittelalterlichen ehem. Palast Bischof Meinwerks

Lage des Diözesanmuseums vor dem Dom

Lage des Diözesanmuseums vor dem Dom
(Foto 1994)

Konzept und bauliche Merkmale

Die in zwölf Stufen allmählich aufsteigenden Ausstellungsebenen einschließlich der Außenfassaden hängen an einer Trägerkonstruktion, die auf vier Stützen ruht. Diese umgreifen mittelalterliche Gewölberäume. Zwei davon gehören zum ehemaligen Wohnpalast des Paderborner Bischofs Meinwerk (1009–1036). Mit seiner Transparenz nach innen und außen, mit seinem großen Hauptraum, der keine trennenden Zwischenwände und Kabinette im herkömmlichen Sinne mehr kennt, stand das Diözesanmuseum in Paderborn beispielhaft für die Museumskonzeption der späten 1960er Jahre, einer aus der Rückschau betrachtet für die weitere Entwicklung ganz entscheidenden Zeit, in der man das Museum alten Stils in Frage stellte und um ein neues Selbstverständnis stritt.

Der Ruf „Weg vom verstaubten Musentempel – hin zu mehr Offenheit und Transparenz!“ war im Böhm‘schen Museum in Paderborn gebaute Wirklichkeit geworden. Nach innen kultivierte das Gebäude seinen ganz individuellen Stil. Es trug die Signatur des Architekten bis ins Detail der Vitrinen und Postamente.

Mit seinen gestuften Bleifassaden behauptet es sich selbstbewusst wie ein skulptural aufgefasstes Schreingehäuse neben dem Dom, welches die typische und heute durchweg problematisch empfundene Formensprache der Architektur seiner Zeit gottlob weit hinter sich ließ. Das Diözeanmuseum fügt sich gerade heute harmonisch, aber unverwechselbar in die Umgebung des Dom- und Marktplatzes.

Vom Umbau 1992/93 bis heute

Leider wurde das Haus seiner Bestimmung vor allem aus konservatorischer Sicht nicht gerecht. Daher fasste der Träger des Museums, das Erzbistum Paderborn, den Entschluss, unter Hinzuziehung internationaler Fachleute eine umfassende Sanierung des Museums zu planen und durchzuführen. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Diözesanmuseum  Jahren am 18. Juni 1993 wiedereröffnet. Die herausragende Bedeutung dieses Ereignisses für Stadt, Region und Erzbistum unterstrich die Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl, der die Festansprache hielt.

In den zurückliegenden Jahren nach 1993 hat sich das Diözesanmuseum zu einem lebendigen Forum der Begegnung mit den Zeugen kirchlicher Kunst- und Kultur entwickelt. Kleinere Um- und Ausbauten im Innern des Hauses wurden im Zuge mehrerer Großausstellungen nach 1999 durchgeführt.

Sichtbare Veränderungen – Bildvergleiche anhand von 10 Beispielen

Das innere und äußere Erscheinungsbild des Diözesanmuseum verändert sich infolge konzeptioneller Anpassungen, der Erfordernisse von Sonderausstellungen und regelmäßiger Umgruppierungen des Sammlungsbestandes. Die größte dieser Veränderungen war der Umbau 1992/93.

Der Prozess ist längst nicht abgeschlossen.

Außen, Marktseite

Südseite – Ohne Foyer-Erweiterung, Ohne Haupteingang

Außen, Nordseite

Architekturvergleich B 001

Hauptraum

Architekturvergleich E 002

Hauptraum Blick nach Südost

Mittelalterliche Treppe in der Domschatzkammer

Architekturvergleich J 001

Außen, Ostseite

Früherer Haupteingang An Der Ostseite

Hauptraum Blick nach Westen

Architekturvergleich F 001

Hauptraum Blick nach Nordost

Architekturvergleich C 001

Der Standort der Imad-Madonna

Die Imad-Madonna Hat Seit 1975 Ihren Unveränderten Platz

Kleiner Gewölberaum der Domschatzkammer

Architekturvergleich I 001