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Paderborn/Rom. Es ist eine Sensation: Erstmals ist die berühmte Marmorhand der Kolossalstatue Kaiser Konstantins in Deutschland zu sehen. Für die große Sonderausstellung „WUNDER ROMs im Blick des Nordens“ (31. März bis 13. August 2017) im Diözesanmuseum Paderborn wurde sie vom Innenhof der Kapitolinischen Museen über die Alpen nach Paderborn transportiert und heute mit höchster Perfektion und Maßarbeit in die Ausstellungsräume gebracht. Dort ist sie dann bis Mitte August zu bewundern. Die 1,70 hohe und 900 kg schwere Hand aus der Zeit um 315 zieht seit Jahrhunderten tausende Romreisende in ihren Bann.

„Es ist für uns eine große Ehre und ein außerordentlicher Vertrauensbeweis, dass die römischen Kollegen der Kapitolinischen Museen uns dieses Exponat von Weltrang für unsere WUNDER ROMs-Ausstellung ausleihen“, freut sich Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn. Vorausgegangen waren intensive Leihverhandlungen zwischen dem Paderborner und dem Römischen Museum. „Diese wunderbaren Zusagen sind nicht zuletzt auch die Frucht der guten Zusammenarbeit bei unseren vergangenen Ausstellungen, etwa ,CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter‘ 2013 oder ,CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart‘ 2015“, ergänzt Stiegemann.

Die Marmorhand gehörte zu der einst mit Sockel 15 Meter hohen kolossalen Sitzstatue, die Kaiser Konstantin als Zeichen seiner Macht errichten ließ, nachdem er Maxentius 312 n. Chr. in der historisch bedeutsamen Schlacht an der Milvischen Brücke besiegt hatte. In den folgenden Jahrhunderten zerstört und vergessen, gelangten die kolossalen Fragmente, darunter auch der riesige Kopf und der Fuß der Statue, erst 1486 wieder ans Licht. Forschungen haben ergeben, dass die Hand einen Stab hielt, um den sich der Zeigefinger legte. Der heute nach oben ragende und für die Hand charakteristische Finger wurde erst nach der Auffindung ergänzt.

„WUNDER ROMs im Blick des Nordens“ geht mit hochkarätigen Exponaten der Faszination der Ewigen und Heiligen Stadt nach. Auf den Spuren bedeutender Rom-Reisender schlägt sie einen Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Neben der kolossalen Hand Kaiser Konstantins werden u. a. zu sehen sein: der Bronze-Globus des vatikanischen Obelisken, kostbare Reliquiare der Sancta Sanctorum, Zeichnungen und Gemälde etwa von Turner und Rubens, Goethes Lieblingsskulptur – die sogenannte „Ballerina di Goethe“ – sowie die Arbeiten des Foto- und Videokünstlers Christoph Brech, die bislang unbekannte Einblicke in die Vatikanischen Museen geben. Über drei Jahre hinweg war es Brech gestattet, in den Vatikanischen Museen zu fotografieren – auch an Orten, die für die Besucher unzugänglich sind.

Die Schirmherrschaft für die Ausstellung haben Gianfranco Kardinal Ravasi, Präsident des päpstlichen Rates für Kultur und Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, übernommen.

 

Ankunft Hand Konstantins Dioezesanmuseum

Ankunft der Hand Konstantins im Dioezesanmuseum Paderborn