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Führung in deutscher und arabischer Sprache am int. Museumstag

Führung in deutscher und arabischer Sprache am int. Museumstag

Das Diözesanmuseum nutzte den Internationalen Museumstag, um gleich mit zwei besonderen Veranstaltungen die Türen gezielt für Besucher zu öffnen, die sonst nicht so einfach den Weg ins Museum finden.

Das erste Angebot: Eine Führung mit anschließendem Erfahrungsaustausch richtete sich gezielt an neue, aus dem Nahen Osten geflüchtete Mitbürger Paderborns. Um hier Sprachbarrieren zu überwinden konnte die Museumspädagogin Heike Bee-Schroedter die schon lange Jahre in Paderborn lebende Ägypterin Mervat Sorial gewinnen, die die Erläuterungen der Museumsführerin mit viel Engagement ins Arabische übersetzte. Matthias Cramer, der als Sprecher des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe Paderborn-Ost schon seit längerer Zeit persönlichen Kontakt zu Flüchtlingsfamilien in Paderborn pflegt und sie auf vielfältige Weise unterstützt, vermittelte die Einladung des Museums direkt und so fanden sich 25 interessierte Personen am Sonntag um 11. 00 Uhr im Foyer des Hauses ein.

int-museumstag2016-24 int-museumstag2016-07 int-museumstag2016-05Der Gang durchs Haus gestaltete sich überaus lebendig: Das lag neben der engagierten und gestenreich unterstützten Übersetzung durch Frau Sorial sicherlich auch an der Motivation und Wissbegierde der aus Syrien stammenden Besucher: Sie wollten  etwas über ihren neuen Lebensort, seine Geschichte und seine christliche Tradition erfahren. Für die überwiegend aus Syrien stammenden Christen stellt der gemeinsame Glauben ein wichtiges Verbindungselement für sie zwischen ihrer Vergangenheit und ihrer gegenwärtigen Lebenssituation dar. Oftmals ergänzten die Besucher die Erläuterungen der Museumsführerin um Darstellungen aus ihrer Heimat. Ein Besucher erzählte voller Stolz von seiner Heimatstadt Damaskus und der jahrtausendealten Verehrung des Apostels Paulus dort.

Besonderes Interesse weckte bei den Besuchern die Abteilung: Mittelalterliche Schreibkunst, nicht zuletzt durch das kalligraphische Buch „Brush with Silence“, denn sie konnten sofort die aufgeschlagene Seite mit dem arabischen Text übersetzen.

Die anschließende kleine Gesprächsrunde im Seminarraum fand in angenehmer Atmosphäre statt. Positive Rückmeldungen zum Museumsgang, interessierte Fragen und Interesse an weiteren Besuchen zur neuen Sonderausstellung im nächsten Jahr machen deutlich, dass ein solches kulturelles Angebot gerne aufgegriffen wird und Kontakte und Identifizierungsmöglichkeiten schaffen kann.

IMG_4812 IMG_4793 IMG_4827Ebenfalls positiv fällt das Resümée der  zweiten Führung aus, die auch unter dem Vorzeichen der Inklusion stand. Als Führung in einfacher Sprache richtete sie sich an Menschen mit geistiger Behinderung. Teilgenommen haben hier Besucher, die auch schon während der CARITAS-Sonderausstellung mit sprachlichen und musikalischen Beiträgen das damalige Begleitprogramm bereichert hatten: Es handelte sich um Mitglieder der integrativen Autorengruppe (k)ein Kommentar und der Freundeskreis der Veeh-Harfen. (vgl.: Veranstaltung: All You need is love! am 20.09.2015)

Bettina, Käthe und Johannes erinnerten sich noch lebhaft: „Hier waren wir schon mal. Da haben wir selbst was vorgelesen.“

Dass sie Sonntag die aktuelle Ausstellung besuchen konnten, verdanken sie dem Engagement der beiden ehrenamtlichen Leiterinnen ihrer Gruppen Monika Lumperda und Annette Kloke sowie den beiden ehrenamtlich fürs Museum tätigen Begleiterinnen Babara Plass und Gudrun Timmermann.

Gemeinsam mit der Museumsführerin betrachteten sie interessiert die Liborifestaltarfiguren, den Liboriusschrein und konnten sie mit ihren Erinnerungen vom Liborifest verknüpfen. WeitereKostbarkeiten aus der Domschatzkammer sowie die zahlreichen und so unterschiedlichen Marienskulpturen der Ausstellung rückten in ihr Blickfeld; zusätzliche Materialien wie ein Bergkristall ermöglichte auch ein „hand-greifliches“ Erfassen der Kunstwerke.

Der anschließende Austausch über das Gesehene bei Kaffee und Kuchen rundete den Nachmittag für sie ab. „Schön wars!“  brachte es Andreas auf dem Punkt.