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Isländischer Mönch auf Achse

Selten gezeigte mittelalterliche Handschrift in der Paderborner Ausstellung WUNDER ROMs
gibt Auskunft über eine außergewöhnliche Pilgerreise von Island über Rom ins Heilige Land.

PADERBORN. Freude beim Kuratorenteam der Ausstellung WUNDER ROMs: Gerade wurde die Leihfrist für ein faszinierendes isländisches Manuskript verlängert. Die fragile Handschrift sollte zunächst nur für drei Monate in Paderborn bleiben, dank der außergewöhnlich guten Beziehungen zum Diözesanmuseum Paderborn hat der Leihgeber, das Skandinavische Forschungsinstituts der Universität Kopenhagen, nun die Leihfrist bis zum Ende der Ausstellung (13. August) verlängert. Das selten gezeigte mittelalterliche Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387.

„Literarischer Wegweiser“ aus dem Mittelalter

Es muss eine beschwerliche Reise gewesen sein, die den Benediktinermönch Nikulás Bergsson Mitte des 12. Jahrhunderts von Island über Rom ins ferne Jerusalem führte: Zunächst per Schiff nach Norwegen und Dänemark, dann weiter zu Fuß auf dem Kontinent, entlang der Via Francigena, einer antiken Handelsroute und Pilgerstraße, über die Schweizer Alpen quer durch Italien bis zu den heiligen Städten der Christenheit Rom und Jerusalem, die er von Brindisi aus über den Wasser- und Landweg erreichte. 1154 landete Bergsson schließlich nach rund einjähriger Pilgerfahrt wieder in Island an und wurde im darauffolgenden Jahr Abt des neu gegründeten Klosters Munkaþverá. Dort entstand sein berühmter Reisebericht „Leiðarvísir“, ein literarischer „Wegweiser“ zu den bedeutenden Stätten der Christenheit.

Über Paderborn zu den heiligen Orten in Rom

„Der ‚Leiðarvísir‘ lässt uns die Bedeutung erahnen, die Rom für die Menschen im Mittelalter hatte, als viele antike Monumente und Gebäude noch im Stadtbild sichtbar und nicht im Schutt späterer Zeiten versunken waren“, so Dr. Christiane Ruhmann, die Kuratorin der Ausstellung. Der Isländer beschreibt neben zahlreichen Kirchen das Pantheon und die Peterskirche mit ihren Ausmaßen. Zudem hatte der Mönch aus dem hohen Norden offenbar Zugang zur berühmten Reliquienkapelle der Päpste am Lateran, der Sancta Sanctorum. „Daraus können wir schließen, dass Bergsson wohl besondere Privilegien genoss und in Kontakt mit Geistlichen am päpstlichen Hof war“, erklärt Christiane Ruhmann. „Diese hatten ihm wohl auch den Besuch der hochberühmten antiken Monumente nahegelegt“, so Ruhmann weiter. Besonders freut sich die Kuratorin aber über ein kleines Detail der Handschrift: Unter den zahlreichen Orten, die der isländische Mönch auf seinem langen Weg nach Rom und Jerusalem nennt, ist auch Paderborn verzeichnet. So ist das Manuskript dann auch ein stückweit wieder an einen der Schauplätze zurückgekehrt, die der Isländer einst auf seiner mühsamen Pilgerreise auf dem Weg nach Süden durchquert hatte. Nicht nur wegen seiner Bedeutung sondern auch, weil das Leiðarvísir-Manuskript auf ganz einzigartige Weise gezeichnet ist von seiner jahrhundertealten Geschichte, gehört es zu den Exponaten der WUNDER ROMs, die beim Betrachter einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch deshalb freuen sich die Paderborner sehr, dass die Handschrift bis zum Ende der Schau gezeigt werden kann.

Bildmaterial zum Download unter: www.wunder-roms.de, Presse, bei der aktuellen Pressemeldung

Bildunterschrift: Das Leiðarvísir-Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387. Es wurde dem Diözesanmuseum Paderborn vom, Nordisk Forskningsinstitut Kopenhagen, (nfi.ku.dk/) für die Ausstellung WUNDER ROMs im Blick des Nordens als Leihgabe zu Verfügung gestellt.  Foto: Diözesanmuseum

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Das Leiðarvísir-Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387. Es wurde dem Diözesanmuseum Paderborn vom, Nordisk Forskningsinstitut Kopenhagen, (nfi.ku.dk/) für die Ausstellung WUNDER ROMs im Blick des Nordens als Leihgabe zu Verfügung gestellt. Foto: Diözesanmuseum

Das Leiðarvísir-Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387. Es wurde dem Diözesanmuseum Paderborn vom Nordisk Forskningsinstitut Kopenhagen, (nfi.ku.dk/), für die Ausstellung WUNDER ROMs im Blick des Nordens als Leihgabe zu Verfügung gestellt. Foto: Diözesanmuseum

 

 

 

Das Leiðarvísir-Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387. Es wurde dem Diözesanmuseum Paderborn vom, Nordisk Forskningsinstitut Kopenhagen, (nfi.ku.dk/) für die Ausstellung WUNDER ROMs im Blick des Nordens als Leihgabe zu Verfügung gestellt. Foto: Diözesanmuseum

Das Leiðarvísir-Manuskript ist die frühe Abschrift einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1387. Es wurde dem Diözesanmuseum Paderborn vom Nordisk Forskningsinstitut Kopenhagen, (nfi.ku.dk/), für die Ausstellung WUNDER ROMs im Blick des Nordens als Leihgabe zu Verfügung gestellt. Foto: Diözesanmuseum