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Ausstellungsteam des Diözesanmuseums Paderborn bereitet nächste große Ausstellung vor

Paderborn/Lippstadt. Wind und Wetter trotzend besuchten am Donnerstag Kuratorinnen, Restauratoren und Gotik-Experten aus Paderborn und Münster die Stiftsruine in Lippstadt und sichteten beeindruckende steinerne Schätze aus deren Fundus. „Das war für die Vorbereitung unserer kommenden großen Gotik-Ausstellung ein wichtiger Termin“, erklärte Dr. Petra Koch-Lütke Westhues vom Diözesanmuseum Paderborn. „Lippstadt wirkte in dieser Epoche prägend auf weite Teile Europas“, ergänzte der Bauhistoriker Dr. Roland Pieper (Münster).

Von Reims über Paderborn bis nach Riga

Es waren die Edelherrn zur Lippe, die entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung der bahnbrechenden neuen Bau- und Gestaltungstechniken der Gotik in Westfalen und darüber hinaus hatten – von Lippstadt über Paderborn bis nach Riga. Die Lipper stellten mehrere Paderborner Bischöfe, gründeten Städte und bekleideten wichtige öffentliche Ämter – ihr Einfluss erstreckte sich bis nach Bremen und Utrecht. Und sie hatten einen enormen Baubedarf. Dass die Herrn zur Lippe großartige Handwerker heranholten, die bereits von den Maßstäbe setzenden französischen Baumeistern gelernt hatten, ist bis heute zu erkennen: Am Paderborner Dom, an der Lippstädter Stiftruine und den beeindruckenden steinernen Fragmenten die nach dem Einsturz dort gesichert werden konnten. Zu ihnen gehört auch eine „Lippische Rose“, die einst als schwergewichtiger Schlussstein ein Kirchengewölbe stabilisierte. In der neuen Paderborner Sonderausstellung „GOTIK – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa“ (21. Sept. 2018 bis 13. Jan. 2019) wird sie in einer eindrücklichen Inszenierung zu sehen sein. Die außergewöhnlich schöne Steinmetzarbeit gehört zu jenen Zeugnissen dieser großen Epoche, die noch nie in einer Ausstellung gezeigt wurden.

Zauber der Gotik

Der Paderborner Dom ist charakteristisch für die Gotik in Westfalen und bereits sein Vorgängerbau, der von Bischof Imad errichtet und 1068 geweiht wurde, war so prächtig und bedeutend, dass man sich beim Neubau im 13. Jahrhundert an seinen Ausmaßen und Formen orientierte. Dabei strebten die genialen Baumeister der Gotik stets himmelwärts: Sie schufen mit Kunstfertigkeit, Mut und großartiger Handwerkskunst einzigartige Kathedralen – so mächtig und zugleich lichtdurchlässig, so filigran und detailverliebt, dass sie uns bis heute in ihren Bann ziehen.

Ausstellung gibt Einblick in eine faszinierende, innovative Epoche

Von Paderborn ausgehend, entwirft die Gotik-Ausstellung im Diözesanmuseum ein faszinierendes Panorama jener Zeit des Wandels und der Innovationen. Sie gibt Einblicke in die technischen und kulturellen Bedingungen für den Siegeszug der gotischen Architektur- und Bildsprache. Exponate aus ganz Europa, darunter die ältesten erhaltenen Architekturzeichnungen, die sogenannten Reimser Palimpseste, bedeutende Bildhauerwerke wie der berühmte „Kopf mit der Binde“ des Naumburger Meisters, Baupläne herausragender Kathedralen, Preziosen der Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzerei und Buchmalerei, aber auch 3D-Modelle beleuchten ab September diese ereignisreiche Stilepoche. Sechs Ausstellungseinheiten nehmen Ideen und Dynamiken in den Blick, die den internationalen Erfolg der Gotik begründeten: vom Bauprozess über bahnbrechende technische Neuerungen bis zu Fragen des Kulturtransfers und des Lebensgefühls.

Die Ausstellung im Diözesanmuseum ist ein zentraler Teil des Festprogramms mit dem das Paderborner Domkapitel in diesem Jahr das 950. Weihejubiläum des Imad-Domes begeht. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung haben der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, sowie Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, übernommen.

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Vor der Ruine der Stiftskirche in Lippstadt: Bauhistoriker Dr. Roland Pieper, Registrarin Dr. Lisa Schäper, die Kuratorinnen Dr. Petra Koch-Lütke Westhues und Dr. Christiane Ruhmann, Restaurator Matthias Rüenauver

„Lippische Rose“ und andere Steinfragmente von der ehemaligen Stiftkirche in Lippstadt

An einem Steinfragment der Stiftskirche in Lippstadt wird eine der innovativen Methoden gotischer Bautechnik sichtbar

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