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Um 18.00 Uhr war es soweit: Mit der Begrüßung der Gäste startete eine rundum gelungene Abendveranstaltung im Museum und setzte damit zugleich den Schlussakkord eines innovativen Projekts mit Schülerinnen der Klassen 9 des Gymnasiums St. Michael:

Ein halbes Jahr hatten die Schülerinnen des Deutsch-Kurses unter der Leitung ihrer Lehrerin Petra Ritter-Osterfeld regelmäßig das Museum besucht und sich dort Exponate ausgesucht, zu denen sie eigene literarische Texte als Interpretationen verfassten. Was zunächst so schlicht, einfach und selbstverständlich klingt, ist es in der Umsetzung nicht gewesen. Das wurde in den Beiträgen aller Begrüßungsreden deutlich: Die Schülerinnen selbst hoben diese ungewohnte Freiheit im Schreiben, den anderen Lernort Museum und die neue Möglichkeit die Texte auch für alle Besucher zu Gehör zu bringen hervor. Der Museumsdirektor unterstrich mit seinem Lob für die Qualität der Texte das Ergebnis ihrer sprachlichen Leistung und zollte ihnen auch Respekt für die Ausdauer ihrer Arbeit. Petra Ritter-Osterfeld hob aus der Perspektive schulischer Rahmenbedingungen hervor, dass angesichts der verkürzten Schulzeit und eng gestrickter Kernlehrpläne die Förderung kreativer Schreibfähigkeit zu kurz komme und dieses Projekt den Schülerinnen die Chance bot, auch dieser Seite sprachlicher Fähigkeiten Raum zu geben. Ebenso wie die Museumspädagogin Heike Bee-Schroedter, mit der sie zusammen das Projekt leitete, war sie von der Motivation und Selbstständigkeit der Schülerinnen sowie der Vielfalt und Qualität der Texte begeistert. Schnell war beiden klar: Diese Texte durften nicht einfach in den Collegeblöcken der Schülerinnen verschwinden, sondern sollten als Hörbeiträge möglichst vielen Besuchern zur Verfügung gestellt werden. Um das auch über eine einmalige Präsentation hinaus zu gewährleisten, wurde eine weitere Innovation – dieses Mal fürs Museum – eingeführt: Die im Tonstudio des IRUM eingesprochenen Texte wurden mit einem QR-Code versehen und können nun von allen Besuchern mit Hilfe eins Smartphones direkt neben den Exponaten gehört werden: eine innovative Bereicherung im Vermittlungsangebot des Museums für die Besucher!

Nach dieser Begrüßung, die von der frisch gebackenen Abiturientin Luisa Osburg musikalisch stimmungsvoll begleitet wurde, konnten die Besucher sich selbst einen Eindruck von den kreativen Hörbeiträgen der jungen Schriftstellerinnen machen. Vor den Eltern, Geschwistern, Freunden, Mitschülerinnen, Lehrern und auch der Schulleiterin Frau Cremer trugen sie nun live neben den Exponaten während des Rundgangs ihre Interpretationen vor. Einige Texte wurden exemplarisch über den QR-Code als Hörbeitrag abgerufen, um die neue Technik zu präsentieren. Und die Besucher? Sie lauschten aufmerksam, betrachteten die Exponate beim Zuhören genauer, spendeten Applaus, nickten anerkennend. Eine dichte, dank der Texte ver-dichtete, angenehme Atmosphäre war während des gut 45 minütigen Rundgangs zu spüren. So ließ es sich auch Frau Cremer am Ende des Rundgangs nicht nehmen, ihr Lob an ihre Schülerinnen auszusprechen und dem Projekt insgesamt ihre Anerkennung zu zollen.

Der anschließende Imbiss im Foyer begann verzögert. Viele Besucher lockten die gepixelten Bilder und sie hörten sich die Beiträge gleich nochmal per smartphone an…

Und Sie, liebe Nutzer dieser Seite, können auch schon einmal am PC einen Eindruck von diesen Interpretationen bekommen.

Bildergalerie vom 5. Juli