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Lesung: Sibylle Lewitscharoff im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät Paderborn

In Paderborn, 30. Mai 2017, 4 Tage vor Pfingsten

Rom, kurz vor Pfingsten – 34 renommierte Wissenschaftler aus aller Welt haben sich hoch über der ewigen Stadt, im berühmten Saal der Malteserritter auf dem Aventin, zu einem Kongress zusammengefunden, um – jeweils in Einzelvorträgen – Dante Alighieri durch seine „Göttliche Komödie“ zunächst in die Hölle, dann hinauf zum Läuterungsberg und schließlich ins Paradies zu folgen. Im Verlaufe des Kongresses weicht die streng wissenschaftliche Betrachtung der persönlichen Ergriffenheit: Just als das Vortagsprogramm den dritten Teil der Commedia – das Paradiso – erreicht, als die Glocken des Petersdomes das Pfingstfest einläuten, beginnen die Forscher in Zungen zu reden, die Fensterbank des Sitzungssaals zu erklimmen und in den römischen Himmel zu fliegen. Zurück bleibt allein der Frankfurter Danteforscher Gottlieb Elsheimer, der – wie ein zweiter Vergil an den Toren des Paradieses verharrend – den Leser durch die Geschehnisse bis zur Himmelfahrt seiner Kollegen führen muss.

Erich Garhammer, Sibylle Lewitscharoff, Christoph Stiegemann

Erich Garhammer, Sibylle Lewitscharoff, Christoph Stiegemann

Paderborn, kurz vor Pfingsten – Sibylle Lewitscharoff, die Autorin dieses Pfingstwunders ließ in einer im Wortsinn mitreißenden Lesung – moderiert und  hinterfragt durch den Würzburger Pastoraltheologen Erich Garhammer –  die Geschehnisse ihres Buches lebendig werden. Die Zuhörer trafen auf einen verstörten Elsheimer, dem – als Ungläubiger Zeuge eines echten Wunders geworden – bewusst wird, dass er sich niemandem anvertrauen kann, ohne für komplett verrückt gehalten zu werden. Verzweifelt versucht er, das „Vorkommnis“, wie er die Levitation seiner Kollegen nennt – zu begreifen und sich irgendwie in sein altes Leben in Frankfurt einzufinden.

Der erzählerische „Basso continuo“ des Pfingstwunders jedoch ist die Göttliche Komödie selbst. In ihrer Lesung gab Lewitscharoff ihren Zuhörern tiefe Einblicke in die Sprachgewalt und die Schönheit der Dante-Gesänge – zu Gehör gebracht wurde Literatur, die im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verleiht.