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Gymnasium Theodorianum

2014 besiegelte ein Kooperationsvertrag die schon seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Diözesanmuseum und dem nahegelegenen Gymnasium Theodorianum ganz offiziell. Fester Bestandteil dieser Zusammenarbeit ist die Theo-AG, ein Angebot im Rahmen des offenen Ganztagsangebots der Schule. Unsere Museumspädagogin Claudia Westermann betreut eine Gruppe von 5.–7.-Klässlern, die sich einmal in der Woche in unserem Haus treffen und zu unterschiedlichen historisch und künstlerisch hier präsentierten Themen kreativ arbeiten.

Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren zwei weitere innovative Projekte gemeinsam umgesetzt.

  • Aufmerksam geworden auf unsere Projektreihe „Achtung Kunst!“, entwickelte die Kunstlehrerin Frau Schmitz zusammen mit ihrer Klasse 6 in Kooperation mit der Museumspädagogin Heike Bee-Schroedter eine Ausstellung zum Thema: „Persönliche Schätze – neu ins Szene gesetzt“. Nach einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang, in dem die SuS unterschiedliche Reliquienbehältnisse im Museum kennengelernt hatten, machten sie sich an die Arbeit und entwarfen mit großem Einsatz und viel Kreativität eigene Schatzkisten für ihre ganz persönlichen Schätze. Den krönenden Abschluss der Reihe bildete eine Ausstellung der neuen Kunstwerke direkt im Museum. Unsere Kuratorin Ursula Pütz stand hier den jüngen Künstlern mit Rat und Tat zur Seite.
  • Im Rahmen der CARITAS-Ausstellung verdantken wir es u.a. dem Leistungskurs Musik der Jahrgangsstufe Q1 unter der Leitung von Frau Göbel, dass wir ein besonderes Angebot für blinde und seheingeschränkte Besucher realisieren konnten: musikalische Interpretationen zu  ausgewählten Exponaten, die sowohl auf dem Audioguide zu hören waren, als auch live in einem gleich zwei mal wiederholten Konzert präsentiert wurden. Die 11 Schüler/innen des Koop-Kurses entwickelten anspruchsvolle Kompositionen zu den einzelnen Bildern und setzten sie sehr gut um. Für sie eröffnete dieses Angebot des Museums die Chance, für ein breites Publikum Musik zu entwickeln und zu präsentieren. Ein Projekt, dass alle Beteiligten so schnell nicht vergessen werden!

Statement von Sandra Exner, Gymnasium Theodorianum:

Kooperation des Gymnasium Theodorianum mit dem Diözesanmuseum

Kinder und Jugendliche bewegen sich heutzutage in einer zunehmend digitalisierten und schnelllebigen Umwelt. Informationen sind immer leichter, vielfältiger, oft schier undurchdringlich verfügbar.

Das Diözesanmuseum, als authentischer, außerschulischer Lernort, schafft mit seinen Zeugnissen und unvergänglichen Schätzen einen wohltuenden Rückzugsraum, einen Platz für Entschleunigung und Neuorientierung unserer Schüler. Durch die  Beschäftigung mit den sakralen Objekten der Dauerausstellung sowie mit den immer neu gesetzten Akzenten in den Sonderausstellungen werden den Schülern neben einem bloßen Wissenszuwachs, Erleben mit allen Sinnen, Konzentration auf das Wesentliche vor allen Dingen ungewöhnliche Perspektivwechsel ermöglicht.

Unsere vergangenen Kooperationsprojekte haben gezeigt, dass die (scheinbare) Distanz zwischen sakralen Objekten und profanem Schüleralltag durch Wecken neuer Kreativitätsräume absolut überbrückt werden kann. Neben dem seit 2013 wöchentlich stattfindenden Museumsworkshop, seit Jahren bereits stattfindenden Projekten in den klassischen Kooperationsfächern Religion und Geschichte sind auch ungewöhnliche Wege eingeschlagen worden z.B. in Mathematik (Entwicklung eines „Rithmomachie-Spiels“ im Zuge der Meinwerk-Ausstellung 2010, „Knacken“ der Osterformel im Zuge der CREDO-Ausstellung 2013) sowie jüngst in den Bereichen Kunst und Musik in der Reihe ACHTUNG KUNST ! mit den Projekten Persönliche Schätze neu in Szene gesetzt und Ich höre was, das Du nicht siehst! (2015).

Wir finden, das macht unsere Kooperation so überaus wertvoll!

Michaelsschulen Paderborn

Im Dezember 2014 wurde der Kooperationsvertrag mit unserem zweiten Schulpartner abgeschlossen. Die schon lange Jahre bestehende intensive Nutzung unserer museumspädagogischen Angebote durch die Realschule und das Gymnasium St. Michael bekam damit „Brief und Siegel“. Wie sich auch hier eine win-win-Situation für beide Seiten entwickelt, zeigen die folgenden Projekte anlässlich unserer letzten Sonderausstellung WUNDER ROMS im Jahr 2017:

  • Werbung für die WUNDER ROMs : Die Klasse 7e unter der Leitung ihrer Klassenlehrerin Petra Ritter-Osterfeld machte sich in Zusammenarbeit mit der Museumspädagogin Heike Bee-Schroedter an die Arbeit: Die Schüler entwickelten sehr engagiert und ideenreich ganz unterschiedliche Werbeprodukte. So entstand u.a. ein temporeicher Videofilm, der in der gläsernen Fassade des Museums präsentiert wurde. Im Foyer des Museums konnte man originelle Plakate der Schüler zur Ausstellung bewundern, die im Kunstunterricht unter der Leitung von Herrn Backhaus entstanden. Herr Jung als Musiklehrer klinkte sich ebenfalls in dieses Projekt ein und erstellte mit den Siebtklässlern Werbespots, sog. Jingles, die mal klassisch in gregorinanischer Weise, mal rappig modern auf die WUNDER ROMs aufmerksam machten.
  • Ein zweites Projekt setzten Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 um: Unter dem Titel „WUNDER ROMS – Neu interpretiert“ entstand eine öffentliche  Führung der besonderen Art. Die sprachbegabten Mädels formulierten Texte zu Exponaten und brachten so ihren eigenen Blick auf sie zu Gehör: Ver-dichtete Assoziationsketten, philosophische Gedanken, Monologe aus der Sicht der Ballerina di Goethe oder eines Rom-Besuchers, fiktive Gedanken aus der Sicht eines Künstlers. : Für einen professionellen Schliff der Vorträge sorgte hier die bekannte Paderborner Poetry-Slammerin  Sarah Lau, die als Gast-Referentin den Schülerinnen wertvolle Tipps gab.
  • Deutsch-LK-Schülerinnen der Q1 ließen sich auf ein paar Unterrichtstunden der besonderen Art ein: Zusammen mit dem Germanistik-Professor Dr. Lothar van Laack und einigen seiner Studentinnen verfassten sie auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe literarische Tagebucheinträge zu den Wundern Roms. Fazit der Deutschlehrerin Ruth Pelizäus–Hermes: „Dieser Kooperation von Uni, Schule und Museum ist auf jeden Fall eine Fortsetzung zu wünschen!“

Statement Fachbereich Kunst: Vielfalt wird an-gesichtig:

Von der Achtung vor der Schöpfung bis zum vertieften Blick auf den Nächsten gestaltet sich  im künstlerisch-kulturellen Kontext die Kooperation des Erzbischöflichen Diözesanmuseums  mit der der Fachschaft Kunst als vielseitig und verbindend. So mündeten Künstlergespräche mit dem „Müll“-Aktionskünstler H.A. Schult  in einem Flashmob auf dem Paderborner Marktplatz – durchgeführt von Schülerinnen des  Grundkurses Kunst unter der Leitung von Herrn Backhaus. Der Leistungskurs Kunst unter der Leitung von Frau Finke setzte sich nach dem Besuch der Caritas Ausstellung in expressiven Gestaltungen zum Thema „Mensch und Menschenwürde auf der Flucht“ künstlerisch mit „Caritas heute“ auseinander und zeigte die Werke im Museum. Von Video Workshops mit der Berliner Videokünstlerin Frau Brieske  (QI), Zeichnen im Museum (Jg.8), der Zeitgeist der Renaissance (Wahlpflicht Zeitenwende) bis hin zu Einblicke in ein Skriptorium (Jg.7) boten und bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Fach Kunst. Insgesamt ist die Kooperation eine gelungene und Früchte tragende Unternehmung am außerschulische Lernort Museum, die in unserem Fach Kunst fest im Curriculum verankert ist.

Christiane Finke

Statement Fachbereich Deutsch:

Die Fachschaft Deutsch des Gymnasiums St. Michael arbeitet seit Beginn der Kooperation eng mit dem Diözesanmuseum zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt der Arbeit vor allem auf den Bereichen, die seit der Einführung der neuen kompetenzorientierten Kernlehrpläne sowie der Implementation von G8 im Unterricht nur wenig Raum einnehmen. Die ganzheitliche Auseinandersetzung mit Texten in zum Teil neuer Form sowie das Lernen an außerschulischen Lernorten sollen zur Motivation, Kreativitätsschulung und der Steigerung des Selbstwertgefühls der Schülerinnen und Schüler beitragen.

Die Lage des Gymnasiums St. Michael erlaubt es, auch während der Unterrichtszeiten (67,5-minütige Lerneinheiten) das Museum aufzusuchen und so einzelne Unterrichtssequenzen durch den direkten Kontakt mit den Exponaten der Ausstellungen anzureichern. Exemplarisch sei hier der Poetry-Slam-Workshop im Rahmen der Caritas Ausstellung genannt; Schülerinnen der Oberstufe gestalteten in Auseinandersetzung mit den gezeigten Werken Texte, die während eines Vortragsabends im Museum der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Des Weiteren bieten sich auch unterrichtsbegleitende Projekte sowie Angebote im Rahmen der Kurse der individuellen Förderung (Förderband 5/6; 8/9) an, bei denen beispielsweise Schülerinnen und Schüler sprachlich-kreativ-gestaltend an der museumspädagogischen Konzeption mitarbeiten.

Petra Ritter-Osterfeld und Thorsten Harnischmacher

 

Statement Fachschaft Geschichte:

Die Fachschaft Geschichte des Gymnasiums St. Michael steht in besonderem Maße vor der Herausforderung, ein effizientes und das heißt lebenslanges Lernen bei jungen Heranwachsenden zu initiieren. Der Museumsbesuch gehört heute zu Recht zum schulischen Standard. Zur Entwicklung eines „reflektierten Geschichtsbewusstseins“ (KLP Oberstufe, S. 11) ist es ratsam, Geschichte plastisch greifbar zu machen – mit dem Museum als einmalig historisch verdichtetem Erfahrungsraum. Die kompetenzorientierte Lehrplandidaktik weist als eines ihrer privilegierten Ziele den Erwerb von Handlungskompetenz (KLP, Sek. I, S. 15) aus. Dazu ist es nötig, dass SchülerInnen auch direkt mit historischen Beständen in Kontakt treten.

Die enge Verzahnung zwischen Diözesanmuseum und Geschichtsunterricht am Gym. St. Michael zeigt sich in relevanten Aspekten. Die großen Ausstellungen der letzten Jahre (Canossa, Meinwerk, Franziskus, Credo, Caritas) boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den konkreten Geschichtsunterricht. So haben Geschichtsklassen des Michaelsgymnasiums vermutlich weit überproportional museale Ausstellungsangebote wahrgenommen und folglich wertvolle Lernfortschritte erreicht. Folgende Stichwörter sind hier z. B. wichtig: Karl der Große, Reisekönigtum, Missionierung, Stadtentwicklung, Stadtgeschichte, Krankenfürsorge. Auch die Begleitprogramme des Diözesanmuseums sind sicher auf das gesteigerte Interesse unserer Schülerinnen gestoßen. Unter den AGs am Gymnasium bot eines in Kooperation mit dem Diözesanmuseum z. B. Schreiben im Skriptorium als Lernschwerpunkt an.

Die Vernetzungsvorteile zwischen Museum und Schule sollen auch in Zukunft effizient genutzt werden. Vom Projekt des Diözesanmuseums über eine Lerneinheit mit dem Schwerpunkt „Passion und Auferweckung“ wird das Fach Geschichte als Schulfach ebenso profitieren, da zumal das religiöse Mittealter durch das Angebot des Museums schulisch an Plastizität gewinnen wird.

Andreas Kolle

Kulturamt der Stadt Paderborn

Seit mehreren Jahren ist das Diözesanmuseum als Kultureinrichtung Partner des Kulturamts der Stadt und beteiligt sich regelmäßig mit Angeboten im Rahmen des „Kulturrucksacks“. Dieses vom Land NRW geförderte Projekt möchte mit attraktiven Angeboten Jugendlichen von 10-14 Jahren den Zugang zu außerschulischen Kultureinrichtungen ermöglichen.

Darüber hinaus ist das Diözesanmuseum auch seit 2011 als Ansprechpartner und Veranstalter im Rahmen der „Kulturstrolche“  beteiligt. Dieses kulturelle Angebot der Stadt ermöglicht es Grundschulen, kostenfrei außerschulische Kultureinrichtungen in Paderborn mit ihren SuS zu besuchen und individuelle Lernangebote wahrzunehmen.

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Demenz-Servicezentrum Ostwestfalen-Lippe

Das Diözesanmuseum arbeitet  im Rahmen seiner inklusiven Angebote mit dem Demenz-Servicezentrum OWL zusammen.  So können unsere Angebote, die speziell für Menschen mit einer Demenzerkrankung  entwickelt wurden, über dieses Netzwerk entsprechenden Einrichtungen als Zielgruppen bekannt gemacht werden.

Belgien-Zentrum (BELZ) der Universität Paderborn

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