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Für Kinder.

Da wird einem ja schon fast schwindelig! Wie eine Spirale dreht sich die Säule in die Höhe.

In dieser Aufgabe wirst du zur Kunstforscherin / zum Kunstforscher, denn es gilt die Spiralsäule ganz genau zu untersuchen. Mit welchen Pflanzen, Blüten und Früchten ist sie geschmückt? Und wie würdest du deine eigene Spiralsäule dekorieren?

Klicke auf das Blatt, um die gesamte Aufgabe zu öffnen und drucke sie dir dann aus (PDF, 3 Seiten A4, 0,3 MB).

Bei einem Bombenangriff  am 17. Januar 1945 wurden die barocken Altargemälde des Paderborner Doms zerstört, nur einzelne Fetzen blieben erhalten. Gisela Tilly berichtet über die Maßnahmen der Restaurierung und lässt sich bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen.

Diözesanmuseum Paderborn verschiebt Eröffnungstermin der großen Rubens-Schau

Peter Paul Rubens: Beweinung Christi, um1612, Bildnachweis: Vaduz/Wien, Liechtenstein, The Princely Collections

Die Eröffnung der großen Sonderausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ im Diözesanmuseum Paderborn wird aufgrund der aktuellen Lage verschoben. Ab dem 29. Mai sollten herausragende Werke des flämischen Meisters und seiner Künstlerkollegen im Museum gezeigt werden. „Einen neuen Eröffnungstermin können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benennen, freuen uns aber, die Rubens-Schau ab Sommer 2020 zeigen zu können“, teilte der Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, Prof. Dr. Christoph Stiegemann, mit. Besonders freut sich der Ausstellungsmacher, dass nahezu alle Leihgeber aus dem In- und Ausland zugesagt haben, die Exponate trotz Verschiebung der Schau nach Paderborn zu schicken. „Das ist gelebte europäische Solidarität! Mein herzlicher Dank gilt allen leihgebenden Museen und Sammlungen für ihre großartige und unkomplizierte Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Das zeigt: Wir Kulturschaffenden halten zusammen“, resümiert Stiegemann. Zu den Leihgebern zählen große Häuser wie das Rijksmuseum Amsterdam, die Königlichen Sammlungen in Den Haag und die Dulwich Picture Gallery in London.

„Wie der gesamte Kulturbereich befinden wir uns aktuell in einer Art Schwebezustand und sind gezwungen abzuwarten, bis es sichere Signale der Entspannung in der Corona-Krise gibt“, sagt Stiegemann. Einen Wunschtermin hat er aber schon: „Schön wäre es, wenn wir die Rubens-Ausstellung Ende Juli zu Libori eröffnen könnten. Wir Paderborner könnten uns keinen geeigneteren Zeitpunkt vorstellen.“ Zwar wurde das große Volksfest in diesem Jahr abgesagt, aber der Patronatstag des Bistumsheiligen Liborius ist für den Museumsdirektor ein möglicher Anlass, nach vorne zu schauen. Eine große Eröffnungsfeier wird es nicht geben. Vielmehr denkt Stiegemann an eine zaghafte Öffnung mit Besucherobergrenzen und Abstandsregelungen. Derzeit wird an einem Maßnahmen- und Hygienekonzept gearbeitet, das neben dem Tragen von Masken besondere Wegeleitungen, gesonderte und längere Öffnungszeiten sowie buchbare Tickets für bestimmte Zeitfenster vorsieht.

#closedbutopen
In der neuen Rubrik #closedbutopen auf der Webseite des Diözesanmuseums bietet das Haus aktuell Videos und interaktive Mitmachangebote für Erwachsene und Kinder an. Schon jetzt können die Besucher*innen dort und über die Social Media Kanäle spannende Einblicke in die Vorbereitungen der Barock-Ausstellung gewinnen: Blicke hinter die Kulissen, Kostbares und Kurioses sowie eine neue Präsenz des Diözesanmuseums auf Instagram sollen die Vorfreude auf Rubens steigern.

Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ zeichnet ausgehend von der prachtvollen Neuausstattung des Paderborner Doms mit Altargemälden und Skulpturen durch Antwerpener Künstler aus dem direkten Rubensumfeld die Verbreitungs- und Erfolgsgeschichte der Kunst der südlichen Niederlande des 17. Jahrhunderts in Nordeuropa nach. Gezeigt werden Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus internationalen Museen und Sammlungen, darunter noch nie ausgestellt Exponate. Eine eigene Ausstellungsabteilung widmet sich barocken Tendenzen in der Gegenwartskunst. Künstler wie Gerhard Richter, Tony Cragg oder Hans Op de Beeck stehen hier mit ausgewählten Arbeiten im Mittelpunkt. Eindrucksvolle 3D-Rekonstruktionen, Animationen und Multimedia-Stationen geben vertiefende Einblicke in die faszinierende Zeit des Barock und lassen die visuelle Kraft auch verlorener Bilder und Ausstattungen wieder aufleben. Ein reich bebilderter Katalog erscheint im Michael Imhof-Verlag. „RUBENS“ reiht sich ein in die großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen des Diözesanmuseums Paderborn mit überregionaler Strahlkragt, darunter die „WUNDER ROMs“ und „GOTIK“.

Ein Beitrag von Museumdirektor Christoph Stiegemann

 

Peter Paul Rubens, Selbstbildnis, um 1625/30, Siegen, Siegerlandmuseum Bild: Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen
Peter Paul Rubens, Selbstbildnis, um 1625/30, Siegen, Siegerlandmuseum Bild: Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen

Liebe, Sinnenlust und pralles Leben! Solche Begriffe kommen einem in den Sinn, wenn man an Peter Peter Paul Rubens (1577-1640) und seine Kunst denkt. Die sinnlich-opulente „Rubens-Figur“ ist geradezu sprichwörtlich geworden. Rubens – der Superstar des flämischen Barock: großartig sein Auftritt als Malerfürst mit riesigem Atelier und europaweiter Ausstrahlung, seine Karriere als Hofmaler und Diplomat.

Nicht nur Sinnlichkeit und Glamour

Doch es gab nicht nur fortune and glory in Rubens’ Leben. Das ist nur die eine Seite der Medaille, die glanzvolle Fassade, die unseren Wunsch nach Glamour befriedigt, letztlich aber nur Klischees bedient. Die Lebenswirklichkeit jener Zeit sah anders aus. Antwerpen und die spanischen Niederlande unter der Furie des 80jährigen Spanisch-niederländischen Krieges litten unter extremer wirtschaftlicher Not und furchtbaren Seuchen. 1608 wurde endlich ein Waffenstillstand ausgehandelt; Rubens der in Italien weilte, kehrte nach Antwerpen zurück.

Die große Liebe und der schwarze Tod

Rubens und Isabella Brant in der Geißblattlaube; Peter Paul Rubens, um 1609; Öl auf Leinwand 179 × 136,5 cm; Alte Pinakothek
Rubens und Isabella Brant in der Geißblattlaube; Peter Paul Rubens, um 1609; Öl auf Leinwand 179 × 136,5 cm; Alte Pinakothek; Quelle: Pinakothek – Bayerische Staatsgemäldesammlungen  (CC BY-SA 4.0)

Er heiratete Isabella Brant am 3. Oktober 1609. Mit dem Verlobungsgemälde, dem berühmten Doppelbildnis in der Geißblattlaube, heute in der Alten Pinakothek in München,  hat er dem jungen Glück ein Denkmal gesetzt und sie dadurch unsterblich gemacht. Isabella  schenkte ihm drei Kinder. Ihr erstes Kind Clara Serena, 1611 geboren und von Rubens liebevoll porträtiert starb bereits im Kindesalter mit 12 Jahren im Jahr 1623. Der Tod des Mädchens hat den Familienmenschen Rubens schwer getroffen. Drei Jahre später 1626 starb dann auch noch seine Frau Isabella, vermutlich an der Pest. Sie war erst 34 Jahre alt. Durch ihren Tod wurde die harmonische Ehe abrupt beendet. Rubens war untröstlich. Er schrieb an einen Freund: „Ich hoffe, dass mir die Zeit gibt, was eigentlich der Verstand tun sollte, denn ich kann mir nicht vorstellen, jemals stoischen Gleichmut zu erlangen… ich habe eine hervorragende Lebensgefährtin verloren, die man wirklich aus tiefstem Herzen liebhaben konnte, ja musste…”.

Pest in Paderborn

Gedenkkreuz auf Pestfriedhof bei Leiberg
Gedenkkreuz auf Pestfriedhof bei Leiberg/Kreis Paderborn. Foto Kalle Noltenhans

Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie horcht man auf: Isabella Brant verstarb an der Pest! Neben den Kriegsgräuel waren es auch in der frühen Neuzeit insbesondere die Seuchenzüge, allen voran die Pest, die während des Dreißigjährigen Krieges die ohnehin ausgebluteten Länder des Reiches heimsuchte und die Mortalität in die Höhe trieb. In Corona-Zeiten ist es gut, daran zu erinnern. 1635/36 grassierte die Pest auch im Hochstift. Allein in der Markkirchpfarrei St. Pankratius in Paderborn wurden in der Zeit vom 16. Mai bis zum 7. November 1636 insgesamt 431 Menschen von der Seuche hinweggerafft. Eine Pestordnung gab es nicht, das einzige Gegenmittel bestand darin, dass die Beerdigung der Pesttoten innerhalb der Stadt auf dem Domkirchhofe untersagt wurde. Noch heute gibt es Pestfriedhöfe bei Neuenbeken, Dörenhagen und Leiberg, wo ein eindrucksvolles Pestkreuz an das große Sterben des Jahres 1635 erinnert, als Leiberg  – der Überlieferung zufolge – 400 Menschen durch die Seuche verlor.

Sechs Jahre genügten, um die Kunst zu revolutionieren …

Umso erstaunlicher der Aufbruch nur sieben Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, als der durch den Großmeister Peter Paul Rubens geprägte flämische Barock seinen Einzug in Paderborn hielt, wo die beiden aus Antwerpen stammenden Künstler-Brüder, der Bildhauer Ludovicus Willemssens und der Maler Antonius Willemssens in den Jahren 1655-1661 die großartigen Barockaltäre für den Paderborner Dom schufen. Sechs Jahre genügten, um die Kunst zu revolutionieren. Von  hier aus verbreitete sich der flämisch geprägte Barock in ganz Nordwestdeutschland. Damals war Paderborn on top – seiner Zeit voraus, international vernetzt; was wieder einmal beweist, wie wichtig der Austausch über Grenzen hinweg ist, die Kontaktpflege zwischen Auftraggebern und Künstlern – damals wie heute Kunsttransfer im großen Stil im europäischen Kontext!

Bildfragmente im Kartoffelregal

Vorlage für Anzeige zur Ausstellung "Peter Paul Rubens und der Barock im Norden"
Vorlage für eine Anzeige zur Ausstellung “Peter Paul Rubens und der Barock im Norden”

Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ sollte die letzte große internationale Ausstellung werden, die wir mit dem hervorragenden Team des Museums in meiner Amtszeit als Museumsleiter im Diözesanmuseum realisieren. Das Thema hat mich bereits als junger wissenschaftlicher Mitarbeiter fasziniert, als der damalige Dompropst Hans Leo Drewes 1984 die Fragmente der  kriegszerstörten Altärblätter in den Kartoffelregalen der Dompropstei wiederfand. Also dachte ich, ich höre auf wie ich angefangen habe, mit einer großen Ausstellung. Ursprünglich war die Eröffnung für den 29. Mai 2020 geplant; hochbedeutende Werke des großen Antwerpener Meisters sind zugesagt; insbesondere die Modelli für seine großen Altarwerke verraten seine überragende künstlerische Meisterschaft. Besonders gefreut haben wir uns über die Zusage des großen Engels von Peter Paul Rubens von 1610/11 aus der Walburga-Kirche in Antwerpen, der sich heute im Institut of  Arts in Flint, Michigan /USA befindet und der als ‚key visual‘ für die Ausstellung wirbt. Neben grandiosen Werken Rubens‘ und seiner Schüler sollte die Rekonstruktion des durch die Bomben vor 75 Jahren zerfetzten Hochaltargemäldes der „Anbetung der Hirten“ von Antonius Willemssens aus dem Dom den regionalen Bezugspunkt bilden.

 Rubens auf Reisen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Corona macht uns da einen Strich durch die Rechnung. Wir werden die Eröffnung in den Sommer verschieben, wenn Kunsttransporte und Kurier-Reisen aus den USA und in Europa aus Frankreich, England, Dänemark, den Niederlanden, Belgien  und Österreich wieder möglich sein werden und endlich der Corona-Albtraum weicht. Mit entsprechender Besucher-Kontingentierung, Maskenpflicht und Sicherheitsabstand wird der Besuch der Rubens-Ausstellung möglich sein. Also: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Wir brauchen die Kunst und die Kunst braucht uns.

I have a dream: wo uns schon das weltliche Liborifest in diesem Jahr versagt bleibt – „ein Stich ins Herz des Paderborners“, wie Bürgermeister Michael Dreier es auf den Punkt brachte –  kann Peter Paul Rubens in Paderborn vielleicht ein Hoffnungsschimmer sein, der Mut macht auch heute wie damals in den schweren Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg das Schicksal zu wenden. Nichts ersehnen wir mehr, als dass die Zeit der virtuellen Surrogate endlich vorbei sei. Wir brauchen die Kunst und die Kunst braucht uns. Die Künste vermögen es, durch Wahrnehmung zu kommunizieren und komplexe Themen zu veranschaulichen. Fehlt die Kunst, dann fehlen neue Perspektiven und Utopien. Beides brauchen wir gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir Kontakte meiden sollen. Umso mehr brauchen wir die Künste. I have a dream: Peter Paul Rubens zu Libori in Paderborn!

Christoph Stiegemann, 2019, Foto: Noltenhans
Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Foto: Noltenhans

Prof. Dr. Christoph Stiegemann ist seit 1990 Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn. Er übernahm 1994 zusätzlich die Leitung der Fachstelle Kunst im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn sowie den Vorsitz der Kunstkommission. 1998 wurde er zum Kustos des Paderborner Domes ernannt. Im Sommer 2020 endet Christoph Stiegemanns langjährig Tätigkeit als Direktor des Diözesanmuseums.


Titelbild: Peter Paul Rubens: Das Martyrium der hl. Lucia, um 1610/1620, Quimper, Musée des Beaux-Arts de Quimper; Bildnachweis: bpk / RMN-Grand Palais / Mathieu Rabeau

Warum seine Liebsten nicht einmal mit selbst gestalteter Frühlingspost überraschen? Kalligraphin Christiane Pucker zeigt, wie man mit wenigen Mitteln und einfachen Formen wunderschöne frühlingshafte Karten gestalten kann.

Rubens? Wer ist das denn?

In dieser Aufgabe für neugierige Kunst-Kids lernst du den Maler Peter Paul Rubens und sein Porträt genauer kennen. Außerdem kannst du selbst kreativ werden und Rubens‘ Porträt umgestalten – vielleicht steht ihm eine bunte Cappy ja viel besser als der breite schwarze Hut? 

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Tauchen Sie ein in die Welt der Englischen Schreibschrift und beobachten Sie Kalligraphin Christiane Pucker beim Niederschreiben eines Rubens-Briefs. 

Für alle, die es lernen möchten: Im Zuge der Rubens-Ausstellung bietet das  Diözesanmuseum gemeinsam mit Christiane Pucker Kalligraphiekurse an. Schauen Sie dafür in unser Programm.

Die Vorbereitungen für die große Rubens-Ausstellung liefen auf Hochtouren. „Doch Corona hat auf einen Schlag alles verändert“, so Christoph Stiegemann. Der Museumsdirektor spricht über den Stand der Ausstellung, deren Verschiebung und stellt das neue Online-Programm #closedbutopen vor.

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