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Ab dem 10. Dezember ist im Diözesanmuseum Paderborn die Ausstellung “Welt und Zeit gestalten. Kulturerbe der Prämonstratenser im Erzbistum Paderborn” zu sehen. Generalvikar Alfons Hardt, Museumsdirektor Holger Kempkens und Kuratorin Ulrike Frey begrüßen in der Ausstellung, führen in das Thema ein und stellen einzelne Kunstwerke vor.

Diözesanmuseum zeigt Sonderausstellung zum reichen Kulturerbe des Ordens im Erzbistum Paderborn

Paderborn (pdp). Im Jahr 1121 – vor genau 900 Jahren – wurde der Orden der Prämonstratenser durch den heiligen Norbert von Xanten gegründet. Im Rahmen der eigens zu diesem Jubiläum konzipierten Wanderausstellung an sechs ehemaligen Prämonstratenser-Standorten im Erzbistum Paderborn setzt das Erzbischöfliche Diözesanmuseum Paderborn ab dem 10. Dezember mit hochrangigen Kunstwerken zum Thema einen besonderen Akzent: Bis zum 13. März 2022 können bedeutende Kunstschätze, kostbare Werke der Goldschmiedekunst und mittelalterliche Handschriften aus den einstigen westfälischen Wirkungsstätten des Ordens bestaunt werden. Das Ausstellungsprojekt „Welt und Zeit gestalten. Kulturerbe der Prämonstratenser im Erzbistum Paderborn“ wurde am Donnerstag von Generalvikar Alfons Hardt, Museumsdirektor Dr. Holger Kempkens sowie den Kuratorinnen Ulrike Frey und Karin Wermert vorgestellt.

„Zwar gibt es derzeit keine aktiven Prämonstratenser im Erzbistum Paderborn, jedoch zeugen ihre ehemaligen Niederlassungen von der Geschichte und Spiritualität des charismatischen Ordens: Dessen Angehörige suchen bis heute nicht nur den Weg zu Gott in der Einsamkeit, sondern sie verbinden das kontemplative monastische Leben mit der nach außen, zur Welt, gerichteten Seelsorge“, erläutert Generalvikar Alfons Hardt. Heute seien im Erzbistum zehn ehemalige Stifte und Kirchen von Prämonstratenserinnen beziehungsweise Prämonstratensern zu entdecken, die mit dem vor neun Jahrhunderten gegründeten Prämonstratenserorden eng verbunden seien.

Ausstellung eröffnet Zusammenschau

Im Fokus der Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn steht die Spurensuche in den heutigen Pfarrkirchen der einstigen Prämonstratenserorte, die überraschende Funde aus den ehemaligen Stiften zu Tage förderte. „Wir freuen uns sehr, dass wir wenig bekannte Schätze aus zum Teil untergegangenen Orten wie Scheda im Kreis Unna oder aus dem ehemaligen Katharinenkloster in Dortmund erstmals in einer Zusammenschau der Öffentlichkeit vorstellen können“, betont Museumsdirektor Holger Kempkens. „Sie zeugen bis heute vom Wirken der ‚Norbertiner‘ an ihren historischen Stätten: Cappenberg, Clarholz/Lette, Scheda, Arnsberg-Wedinghausen, Rumbeck, Oelinghausen, Dortmund und Cappel.“

Frauen erwünscht

Ein Charakteristikum des Prämonstratenserordens ist es, dass auch Frauen der Zugang gewährt wurde. Sie lebten in eigens für sie eingerichteten Niederlassungen, im Erzbistum Paderborn beispielsweise in Oelinghausen oder Rumbeck. Für die beiden Kuratorinnen der Ausstellung, Karin Wermert und Ulrike Frey vom Erzbischöflichen Diözesanmuseum, ist es deshalb eine besondere Freude, dass nicht nur eindrucksvolle Zeugnisse zur Kreuzesverehrung aus diesen ehemaligen Stiften in der Ausstellung zu sehen sind, sondern auch kunstvoll von der Hand von Prämonstratenserinnen selbst gearbeitete Textilien und aufwendig gestaltete Reliquienbilder.

Jubiläumsjahr der Prämonstratenser

Zur Ausstellung im Diözesanmuseum erscheint eigens ein Katalog der präsentierten Exponate. Er bietet zudem einen facettenreichen Essay zu den Prämonstratensern, verfasst von Professor em. Dr. Johannes Meier, Mainz / Clarholz, dem Spiritus rector des Jubiläumsjahres im Erzbistum Paderborn. Gemeinsam mit den Kuratorinnen der Ausstellung im Diözesanmuseum sowie Reinhard Feldmann, ehemaliger Leiter des Dezernats Historische Bestände der Universitätsbibliothek Münster, und Dr. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege Münster zeichnet er auch für die Wanderausstellung verantwortlich, die – nach Stationen in Arnsberg (Oelinghausen, Rumbeck und Wedinghausen) und Werl – im kommenden Jahr noch in Dortmund und Clarholz zu sehen sein wird.

Bildmaterial (Abbildungen von Exponaten) siehe unten diese Seite

Folder zur Ausstellung zum Download
https://dioezesanmuseum-paderborn.de/praemonstratenser/

Internetseite zur Ausstellung mit Veranstaltungskalender
https://900-jahre-praemonstratenser.de/

Film des Erzbistums über die Prämonstratenser

Den Orden der Prämonstratenser, deren Errungenschaften im Laufe der Jahrhunderte sowie ihr Wirken im Erzbistum Paderborn stellt ein Film in den Mittelpunkt, der auf dem Youtube-Kanal des Erzbistums Paderborn zu sehen ist. Neben Professor em. Dr. Johannes Meier und der Historikerin Dr. Ingrid Ehlers-Kisseler spricht auch Pater Dr. Philipp Reichling OPraem von der Prämonstratenser-Abtei Hamborn im Beitrag über die Besonderheiten des Ordens. Der Film bietet zudem Luftaufnahmen der drei ehemaligen Klöster im Arnsberger Raum: Rumbeck, Wedinghausen sowie Oelinghausen.
https://youtu.be/Lhr2Uno8zx4

Wanderausstellung: Orte und Zeiten

  • Paderborn, Diözesanmuseum, 10. Dezember 2021 bis 13. März 2022
  • Dortmund, Propsteikirche, 10. April bis 8. Mai 2022
  • Clarholz, Klostermuseum, 6. Juni bis 9. Oktober 2022

Skulptur des hl. Norbert vom ehem. Lettner der Clarholzer Stiftskirche

Münster, Ende 15. Jahrhundert; Sandstein, der obere Teil des Bischofsstabes abgebrochen und durch einen Holzstab ersetzt.

Deutsche Franziskanerprovinz, München, (zukünftig Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius, Clarholz)

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Kalle Noltenhans

Heiliger Norbert mit Monstranz

Heinrich Strotmann (auch Stratmann),1626; Öl/Tempera auf Holz, spätere Übermalungen

Kath. Propsteigemeinde St. Walburga, Werl

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Reliquienkästchen mit Martyrium des hl. Thomas Becket

Limoges, Anfang 13. Jahrhundert; Kupfer(legierung), z. T. gegossen, graviert, emailliert und vergoldet, Holzkern

Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius, Clarholz

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Türzieher in Löwenkopfform

Westfalen, Mitte 12. Jahrhundert; Bronze, gegossen, ziseliert und punziert

Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius, Clarholz

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Monstranz mit der Darstellung der heiligen Katharina

um 1500; Silber, gegossen, graviert, teilweise vergoldet

Kath. Kirchengemeinde St. Marien, Hagen

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Kelchvelum (Grüner Ornat von 1727)

Prämonstratenserinnenstift Rumbeck, Arnsberg, 1727 (datiert); Seidendamast und Seidensamt, Gold-, Silber- sowie Buntstickerei in Anlegetechnik und Nadelmalerei

Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus, Arnsberg-Rumbeck

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Johann Anderson: Nachrichten von Island, Grönland und der Strasse Davis

Frankfurt und Leipzig 1747

Kath. Propsteigemeinde St. Walburga, Werl (Bibliotheca Wedinghausano-Werlensis, Sign. BWW 310)

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Missale für den Prämonstrastenserorden

Verdun 1736

Kath. Propsteigemeinde St. Walburga, Werl (Bibliotheca Wedinghausano-Werlensis, Sign. BWW 016)

Erzbistum Paderborn/Fachstelle Kunst, Foto Ansgar Hoffmann

Drei schnelle Fragen an einen echten Prämonstratenser

Das Diözesanmuseum Paderborn zeigt ab dem 10. Dezember die Sonderausstellung „Welt und Zeit gestalten. Kulturerbe der Prämonstratenser im Erzbistum Paderborn“. Welchen Stellenwert die Kulturgüter heute noch für den Orden einnehmen und was es bedeutet, Prämonstratenser zu sein, beantwortet uns Pater Philipp Reichling, Rundfunkbeauftragter der Kath. Kirche in NRW beim WDR und echter Prämonstratenser.

Sechs schnelle Fragen an einen echten Prämonstratenser-Abt

Was macht ein Abt eigentlich den ganzen Tag? Diese und weitere Fragen durften wir dem Prämonstratener-Abt Albert Thomas Dölken stellen. Er leitet die Abtei Hamborn in Duiseburg und berichtet über den Alltag im Stift, die Aufgaben und Herausforderungen. Er spricht über die Bedeutung von Kunst- und Kulturgütern und über sein persönliches Bild des hl. Norbert, des Ordensgründers der Prämonstratenser.

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