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Diözesanmuseum Paderborn und die Schulen der Brede (Brakel) erarbeiten gemeinsame Bildungsangebote

 

Diese Kooperation ist Grund zum Strahlen (v.l.): Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Dompropst Msgr. Joachim Göbel, Schulleiter Matthias Koch. Foto: pdp/Maria Aßhauer

Paderborn (pdp). Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum in Paderborn erweitert sein Programm für Schülerinnen und Schüler. Mit den Schulen der Brede aus Brakel im Kreis Höxter wird das Diözesanmuseum künftig gemeinsam Kultur- und Bildungsangebote für 9. Klassen entwickeln und umsetzen – von regelmäßigen Museumsbesuchen und Projekttagen über Kreativworkshops bis hin zu berufsorientierten Angeboten zum Kennenlernen musealer Berufe. Heute unterzeichneten das Diözesanmuseum Paderborn und die Schulen der Brede einen entsprechenden Kooperationsvertrag. „Es freut uns sehr, dass es zwischen einer katholischen Schule im Erzbistum Paderborn und dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum zu einer solchen Kooperation und einem Austausch kommt, von dem beide Seiten profitieren werden“, sagt Dompropst Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn.

Auch Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann ist begeistert: „Das Museum ist ein wunderbarer außerschulischer Lernort, denn hier bündeln sich auf lebendige Weise Kunst und Handwerk mit Geschichte, Kreativität und Gegenwart. Doch auch wir als Institution können von den Jugendlichen lernen und in verschiedenen Bereichen neue Ideen und Anregungen aufnehmen.“ Die Themen werden je nach Ausstellung oder Sammlungspräsentation variieren.

Den Auftakt der Zusammenarbeit bildet die neue Sonderausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“, die ab dem 29. Mai 2020 im Diözesanmuseum Paderborn gezeigt wird. Die Konzepte für die Projekttage werden gemeinsam von der Museumspädagogin Britta Schwemke und den Kunstlehrerinnen und -lehrern der Schulen der Brede erarbeitet. „Dies ist eine tolle neue Möglichkeit von Vernetzung und Bildungsarbeit, die sowohl für beide Institutionen als auch für die Schülerinnen und Schüler ein Gewinn ist“, ist Schulleiter Matthias Koch überzeugt.

Die Schulen der Brede sind eine private katholische Bündelschule mit über 500-jähriger Tradition, die Gymnasium, Realschule und Berufskolleg unter einem Dach vereint. Getragen wird sie von der „Stiftung Schulen der Brede“. Die Schulen der Brede zählen zu den insgesamt 44 katholischen Schulen im Erzbistum Paderborn, die von Ordensgemeinschaften, caritativen Verbänden, einer Stiftung oder vom Erzbistum selbst getragen werden.

 

Peter Paul Rubens, Beweinung Christi, um 1612, LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz-Vienna

Diözesanmuseum Paderborn feiert 2020 den Star des flämischen Barock mit großer Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“

Peter Paul Rubens: Beweinung Christi (Ausschnitt), um1612, Credit: Vaduz/Wien, Liechtenstein, The Princely Collections

Er revolutionierte mit seinen neuartigen Bildideen nicht nur die Malerei, sondern auch die Bildhauerkunst des 17./18. Jahrhunderts in ganz Nord- und Mitteleuropa nachhaltig: Peter Paul Rubens, der in Antwerpen einer weit über die Grenzen der Metropole hin ausstrahlenden Werkstatt vorstand. Ab dem 29. Mai widmet das Diözesanmuseum Paderborn dem Star des flämischen Barock eine große Sonderausstellung. Ausgehend von der umfangreichen Neuausstattung des Paderborner Doms, die sich flämischen Künstlern aus dem direkten Umfeld Rubens‘ verdankt, nimmt die Schau jene bedeutenden Innovationen in Architektur und Kirchenausstattung der Zeit in den Blick, die sich mit dem Wirken des Meisters verbinden.

Hochkarätige Exponate aus internationalen Museen und Sammlungen dokumentieren die Verbreitungs- und Erfolgsgeschichte der Kunst der südlichen Niederlande und zeigen, dass die Migration von Künstlern ein bedeutender Motor für die Ausbreitung des Barock war. Zu sehen sein werden Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken von der Hand Rubens‘ und seiner Künstlerkollegen unter anderem aus Antwerpen, Amsterdam, London, Marseille, Wien, Salzburg und Frankfurt. Vor allem in den virtuosen, so noch nie gezeigten Skizzen und Bozzetti vermittelt die Ausstellung einen unmittelbaren Zugang zur schöpferischen Kraft – der prima idea – der genialen Barockkünstler, der die Besucher so ganz nahe kommen können. Auch im Bereich der Skulptur gilt Rubens als bedeutender Impulsgeber, wie seine teilweise engen Kooperationen mit zahlreichen Bildhauern der Zeit belegen, die in der Schau dokumentiert werden.
Eindrucksvolle 3D-Rekonstruktionen, Animationen und Multimedia-Stationen geben vertiefende Einblicke in diese faszinierende Zeit und lassen die visuelle Kraft auch verlorener Bilder und barocker Ausstattungen wieder aufleben. Hierzu zählt auch das bedeutende barocke Hochaltarbild des Paderborner Doms, das im Krieg völlig zerstört wurde und nach aufwendiger Restaurierung und Zusammensetzung der Fragmente pünktlich zur Ausstellung wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.
Eine eigene Ausstellungsabteilung widmet sich der Aktualität des Barock. Sie zeigt Tendenzen der Gegenwartskunst, die auf unterschiedliche Weise Konzepte und Wahrnehmungsweisen der barocken Kunst aufgreifen. Ausgewählte Arbeiten von Gerhard Richter und Tony Cragg werden hier ebenso zu sehen sein wie virtuose Videoarbeiten des belgischen Künstlers Hans Op de Beeck.
Mit „RUBENS“ zeigt das Diözesanmuseum Paderborn – nach den „WUNDERN ROMs“ und „GOTIK“ – erneut eine Sonderausstellung mit herausragenden Werken und überregionaler Strahlkraft.
Zur Ausstellung werden ein umfangreiches Führungs- und Begleitprogramm sowie ein Audioguide für Erwachsene und Kinder angeboten. Ein reich bebilderter Katalog erscheint im Michael Imhof-Verlag Petersberg.

JANUAR 2020:

Dienstag, 7. Januar 2020| 10.30 – 12.00 Uhr

Workshop mit Claria Stiegemann

Ausdrucksmalen im Diözesanmuseum

Neue Seiten an sich selbst entdecken, einmal die Welt draußen vergessen, ohne Leistungsdruck und Bewertung malen können, dazu lädt der Malort im Diözesanmuseum ein: In der Mitte des Raumes steht eine über zwei Meter lange Farbpalette, die wie die Tastatur eines Klaviers unendliche Möglichkeiten des Spiels verspricht, an der Wand hängen große Blätter zum Bemalen. Das eigene Tun, das Erlebnis, sich und seinen Ideen zu vertrauen, stehen beim Ausdrucksmalen im Vordergrund, deshalb sind weder Themen noch Ziele vorgegeben. Diese Art des Malens lädt ein zum Innehalten, zum Wahrnehmen und zur Entspannung in angenehmer Atmosphäre.
Begleitet wird der Workshop von Claria Stiegemann.
Die Kosten pro Person / pro Termin betragen 10 € inkl. Materialkosten.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf maximal 6 Personen.
Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel.: 05251 125-1400 oder museum@erzbistum-paderborn.de

 

Mittwoch, 8. Januar 2020 | 18 – 20 Uhr
(HINWEIS: Wegen des Feiertags wird die ursprünglich am ersten Mittwoch des Monats (1.1.) stattfindende Veranstaltung auf den 8.1. verlegt.)

After work chill out – Zeichnen im Museum
Für Jugendliche und Erwachsene
In entspannter Atmosphäre haben Kreative und Freunde des Zeichnens Gelegenheit, vom Arbeitsalltag abzuschalten, sich von den Kunstwerken im Museum inspirieren zu lassen und zwanglos einige Skizzenbuchseiten mit Zeichnungen und Beobachtungen zu füllen. Es geht nicht um künstlerische Begabung des Einzelnen oder die Qualität der Zeichnungen, sondern um das Erlernen bzw. Wiedererlernen des genauen Hinschauens durch das Zeichnen. Die Leiterin des Zeichenkurses, Claria Stiegemann, steht bei Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Skizzenbücher bitte mitbringen.
Die Teilnehmer des Zeichenkurses „Licht und Schatten“ vom 19./20. Juli 2019 haben freien Eintritt. Alle anderen zahlen 2 €.

Mittwoch, 22. Januar 2020 | 19 Uhr

DIALOGE IM MUSEUM – Von den auferweckten Toten

Zu Gast: Schriftsteller und Regisseur Patrick Roth
Zur letzten Veranstaltung der Dialoge-Gesprächsreihe „Von den auferweckten Toten“ hat sich Lothar van Laak den mehrfach ausgezeichneten Autor Patrick Roth zu einer Lesung ins Museum eingeladen. Roths literarisches und filmisches Werk gestaltet in vielfältiger und überaus beeindruckender Weise das Thema der Verlebendigung und Wiedererweckung der Bildwelten unseres Unbewussten. Seine erzählerischen Grenzgänge zwischen Religion, Theologie, Film und Literatur bieten bemerkenswerten Erfahrungen.

Eintritt 5 €

 
FEBRUAR 2020:

Mittwoch, 5.  Februar 2020 | 18 – 20 Uhr

After work chill out – Zeichnen im Museum
Für Jugendliche und Erwachsene
In entspannter Atmosphäre haben Kreative und Freunde des Zeichnens Gelegenheit, vom Arbeitsalltag abzuschalten, sich von den Kunstwerken im Museum inspirieren zu lassen und zwanglos einige Skizzenbuchseiten mit Zeichnungen und Beobachtungen zu füllen. Es geht nicht um künstlerische Begabung des Einzelnen oder die Qualität der Zeichnungen, sondern um das Erlernen bzw. Wiedererlernen des genauen Hinschauens durch das Zeichnen. Die Leiterin des Zeichenkurses, Claria Stiegemann, steht bei Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Skizzenbücher bitte mitbringen.
Teilnehmer des Zeichenkurses „Licht und Schatten“ vom 19./20. Juli haben freien Eintritt. Alle anderen zahlen 2 €.
 

Sonntag, 9. Februar 2020| 10:30 – 12:30 Uhr

Die große Zeichen-Rallye im Museum
Für Kinder 7 bis 11 Jahre

Hast du Spaß am Zeichnen? Dann ist unsere große Zeichen-Rallye das Richtige für dich! Ausgestattet mit Bleistift und Klemmbrett erkundest du alleine oder im Team das Museum und die einzelnen Kunstwerke. Manchmal musst du ganz genau hinschauen und abzeichnen, manchmal sollst du dir selber etwas Kreatives auszudenken: Welche Form hat der Hut, den der Heilige Liborius auf dem Kopf trägt? Wie sieht der Drache aus, gegen den der Heilige Georg gerade kämpft? Und welches Muster steht der Imad Madonna am besten? Die Kinder, die alle Zeichenaufgaben geschafft haben, erhalten einen tollen Preis.
Museumspädagogin Renate Farke ist vor Ort und gibt Hilfestellung.
Eintritt: 2 €
Eine Anmeldung wird empfohlen unter Tel.: 05251 125-1400 oder museum@erzbistum-paderborn.de


Samstag, 22. Februar 2020| 11 – 16 Uhr

Bestechend schön – Anfängerkurs für englische Schreibschrift
Im späten Barock verbreitete sich die so genannte „Englische Schreibschrift“ über ganz Europa. Sie wird auch Copperplate-Script genannt, was auf ihre Verwendung – wenn nicht gar Erfindung – im Medium des Drucks hinweist. Kursteilnehmer*innen sind eingeladen, sich unter fachkundiger Anleitung der Kalligraphin Christiane Pucker selbst in der bestechend schönen, schwungvollen Schrift zu versuchen. Anschließend wird man – mit ein wenig Übung – die ein oder andere E-Mail durch einen persönlichen, handgeschriebenen Brief ersetzen oder seine Gäste mit schönen Tischkarten begeistern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Spitzfedern, Tinte und ein Schreibblock werden gestellt und sind im Preis inbegriffen.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt: maximal 8 Personen
Kosten pro Person: 45 € inkl. Materialkosten

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel.: 05251 125-1400 oder museum@erzbistum-paderborn.de


Sonntag 1. März 2020

Letzter Öffnungstag des Diözesanmuseums vor der RUBENS-Umbaupause

Bis zur Eröffnung der großen Sonderausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ am 29. Mai 2020 bleibt das Diözesanmuseum geschlossen.

Anschrift / Kontakt:
Diözesanmuseum Paderborn, Markt 17, 33098 Paderborn
Tel. 05251 125-1400, museum@erzbistum-paderborn.de

Bildnachweise: © Diözesanmuseum Paderborn

Rubens - Anbetung der Hirten

Ab sofort erhältlich: Geschenkgutscheine zur großen Rubens-Ausstellung 2020 im Diözesanmuseum Paderborn

Öffnungszeiten des Diözesanmuseums an den Festtagen

Für alle, die noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für die Liebsten sind, hält das Diözesanmuseum Paderborn ein besonderes Angebot bereit: Zur großen Rubens-Ausstellung, die unter dem Titel „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ ab Ende Mai 2020 im Diözesanmuseum Paderborn gezeigt wird, sind aktuell passende Geschenkgutscheine erhältlich. Die Gutscheine lassen sich flexibel zusammenstellen: Es können ein oder mehrere Ausstellungstickets (9 EUR pro Ticket/Person) oder eine Familienkarte (15 EUR) erworben und beispielsweise mit einem Ausstellungskatalog (39,50 EUR) verbunden werden. Ein extra zum Weihnachtsfest gestalteter Ausstellungsflyer rundet das Geschenkset ab. Die Gutscheine können im direkt im Museum oder postalisch erworben werden. Informationen und Bestellung unter:  Tel. 05251-125-1400 / museum@erzbistum-paderborn.de.

Die große Sonderausstellung im kommenden Jahr widmet sich einem Superstar des 17. Jahrhunderts: Peter Paul Rubens ist unbestritten einer der bedeutendsten Meister des flämischen Barock. Von Antwerpen aus verbreiteten sich seine Bildideen in ganz Europa. Ausgehend von der barocken Neuaus­stattung des Paderborner Doms durch flämische Künstler aus dem direkten Umfeld des Meisters, stehen Rubens‘ Malerei und Skulptur im Zentrum der Schau – darunter noch nie gezeigte Skizzen und Modelli. Experimentell wird es zum Schluss der Ausstellung: hier werden Konzepte des Barock in der Gegenwartskunst vorgestellt. Zu sehen sind etwa Arbeiten von Gerhard Richter und Tony Cragg.

Öffnungszeiten an den Festtagen
Über die Weihnachtstage, noch bis Ende Februar 2020 zeigt das Diözesanmuseum die aktuelle Ausstellung „Wiedersehen mit Gästen“. Die Schau zeigt mittelalterliche Spitzenstücke aus der umfangreichen Sammlung des Diözesanmuseums Paderborn im Dialog mit ausgewählten „Gästen“ aus anderen bedeutenden Museen. Neben der berühmten Imad-Madonna (Mitte 11. Jh.) und anderen Werken des Hauses sind hochrangige Exponate wie Skulpturen des Naumburger Meisters aus dem Dommuseum Mainz in der Schau zu sehen.
Das Museum ist am zweiten Weihnachtstag (26.12.) und  an Neujahr (1.1.) ganztägig geöffnet. An Heiligabend (24.12.), am ersten Weihnachtstag (25.12.) und an Silvester (31.12.) ist das Haus geschlossen.

Weitere Informationen: www.dioezesanmusem-paderborn.de

Rubens - Anbetung der Hirten
Bildunterschrift: Peter Paul Rubens: Anbetung der Hirten (Ausschnitt), Wien, Gemäldegalerie Akademie der bildenden Künste © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Star-Kalligraph gab Einblicke in die Entstehung der Schrift und ihre künstlerische Verwendung

Brody Neuenschwander gilt als einer der innovativsten Schriftkünstler unserer Zeit. Dies hat der in Brügge lebende Amerikaner am gestrigen Abend im Diözesanmuseum erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt.  Vor gut gefülltem Haus nahm Neuenschwander das Paderborner Publikum mit auf eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen der Schrift, den unterschiedlichen Schreibmaterialien und den verschiedensten Schrift-Traditionen. Immer wieder zeigte er dazu exklusiv kleine Ausschnitte seines im Auftrag des deutsch-französischen Fernsehsenders arte und der BBC erstellten Dokumentarfilms „Word History“, der im kommenden Jahr ausgestrahlt wird. Für den Film bereiste Neuenschwander zusammen mit Kalligraphen unterschiedlicher Traditionen und Filmemachern die ganze Welt – von Europa über den arabischen Raum bis Asien. Wie sah der erste Buchstabe aus? Wie viele Male wurde die Schrift weltweit erfunden? Auf welchen Untergründen wurde geschrieben? Wie viele Kühe mussten im Mittelalter – wo man auf Tierhäuten (also auf Pergament) schrieb – für ein Buch ihr Leben lassen? Das waren nur einige der Fragen, die gestern geklärt wurden.

Für den Schriftkünstler selbst war die Beschäftigung mit den Schriften und ihrer Geschichte mitunter von großen Überraschungen begleitet. So war die europäische Welt im Buchdruck so weit vorne, weil die lateinischen Schrifttypen die einfachsten waren. Die geringe kleine Anzahl relativ simpler, gleichförmiger Buchstaben ließ sich gut setzen und drucken. Ganz anders als die hochkünstlerische arabische oder chinesische Schrift.

Von der Schönheit der Schriftkunst konnten sich die Besucher*innen dann im Anschluss an die Vorstellung auch selbst überzeugen. Hier gab Brody Neuenschwander beeindruckende Kostproben seiner ganz neuen, künstlerischen Interpretation von Schrift.

Der in Belgien lebende amerikanische Künstler Brody Neuenschwander zählt zu den bedeutendsten Schriftkünstlern der Gegenwart. Durch zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsprojekte, darunter mit dem britischen Filmregisseur und Experimentalkünstler Peter Greenaway sowie mit der niederländischen Multimediakünstlerin Saskia Boddeke, ist Neuenschwander einem breiten Publikum bekannt.  Zusammen mit dem Diözesanmuseum Paderborn hat er bereits eine Vielzahl an Projekten umgesetzt, darunter die Kunstaktion A brush with silence, die eine Nacht lang im Kreuzgang des Paderborner Doms und im Diözesanmuseum stattfand. 2018 gestaltete er die Zier der neuen Glocken des Paderborner Doms.

 

 

 

Freunde und Weggefährten von Willi Hagemeier erinnerten gestern Abend im Diözesanmuseum an den großen Schauspieler und Wortkünstler

„Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen“, der Beginn des Gedichts von Henry Scott Holland, das Thomas Heller gestern Abend im sehr gut besuchten Diözesanmuseum vortrug, könnte auch als große Überschrift des Abends gesehen werden. Mit Texten, Filmausschnitten, Tonkonserven und Bildern erinnerten Freunde und Weggefährten auf persönliche, nachdenkliche, aber auch heitere Weise an den im vergangenen Jahr verstorbenen Paderborner Schauspieler, Synchronsprecher und Wortkünstler Willi Hagemeier und führten ihn in lebendiger Erinnerung vor Augen.

„Seit 2001 haben wir als Museum mit Willi Hagemeier – der heute übrigens seinen 65. Geburtstag gefeiert hätte – zusammengearbeitet und es war stets eine bereichernde Freude. Durch seine Schauspielkunst und seinen Humor, hat er unseren Ausstellungen und Veranstaltungen neue Akzente und Tiefe gegeben“, erinnert sich Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann.

Langjährige Freunde, Weggefährten und die Familie trafen sich zur Erinnerung an den charismatischen Schauspieler. Harald Morsch – der als Fotograf Hagemeier nicht nur im Theater stets mit wachem Kameraauge begleitet hatte – steuerte wunderbare Bildsequenzen bei, sowohl Charakterstudien als auch Abbildungen von Bühnenauftritten mehrerer Jahrzehnte. Gerhard Gemke, langjähriger musikalischer Leiter der Kammerspiele Paderborn, beeindruckte mit Improvisationen auf der Querflöte und der Schauspieler Heiko Grosche verlieh dem Abend Leichtigkeit durch den Vortrag von Ausschnitten aus Molières „Menschenfeind“. Einen eindrücklichen Ausschnitt des Musikdramas „Die Kinder der toten Stadt“, in dem Willi Hagemeier als Erzähler mitgewirkt hatte, steuerte Komponist, Musiker und Toningenieur Lars Hesse bei.

Gedichtlesungen von Schauspieler Thomas Heller – Hagemeier sowohl freundschaftlich als auch kollegial eng verbunden – eröffneten und beendeten die Veranstaltung und verliehen ihr so einen zutiefst persönlichen Rahmen. Erwin Grosche und sein Kameramann Reinhard Jäger konnten zwar selbst an dem Abend nicht dabei sein, waren aber doch in einem Ausschnitt ihres Films „Verzeih“ präsent, in denen Hagemeier als Radiomoderator brillierte.

Musikalisch unterfangen wurde die Veranstaltung von den international ausgezeichneten Musikern Robert Kusiolek (Akkordeon) und Elena Chekanova (Live Elektronik), die zu den Spitzen der zeitgenössischen Kammermusik-Szene zählen. Äußerst sensibel und eindringlich begleiteten sie die Freunde und Weggefährten klanglich durch den Abend.

Weltgericht

Dialoge-Gastgeber Prof. Dr. Lothar van Laak, Universität Paderborn, diskutiert zum Thema „Weltgericht“ in Literatur und Kunst

Die ersten beiden Abende der Gesprächsreihe „Dialoge im Museum“ zum Thema „Von den auferweckten Toten“ rückten die Exponate des Museums in bewegende und aufschlussreiche Konstellationen mit der langen Tradition des Orpheus-Mythos von Ovid bis Rilke. Am dritten Abend am Donnerstag, 12. Dezember 2019, 19 Uhr, werden nun das Thema des Weltgerichts und damit der künstlerische und literarische Umgang mit dem Tod und der Zeit nach dem Tod im Mittelpunkt stehen, für die das Bewahren von Erinnerung und das Finden einer neuen Ordnung zentral sind. Diskutieren Sie diese Fragen gemeinsam mit Dialoge-Gastgeber Prof. Lothar van Laak (Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Paderborn), der ganz unterschiedliche Texte in Beziehung zu den Exponaten des Diözesanmuseums bringt.

Der Eintritt kostet 5 €.

Die letzte Veranstaltung der aktuellen Dialoge-Reihe findet am 22. Januar 2020 um 19 Uhr, im Diözesanmuseum Paderborn statt. Zu Gast ist diesmal der bekannte Schriftsteller und Regisseur Patrick Roth.

Weltgericht

Darstellung des Weltgerichts, südliches Niedersachsen (?), um 1500, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn

Schriftkünstler Brody Neuenschwander präsentiert am 9. Dezember, 19 Uhr, Ausschnitte seines neuen Films „Word History“ im Diözesanmuseum Paderborn

Am kommenden Montag, 9. Dezember, 19 Uhr, stellt der international bekannte Schriftkünstler Brody Neuenschwander im Diözesanmuseum Paderborn Ausschnitte seines neuen Films „Word History“ vor, den er im Auftrag des deutsch-französischen Fernsehsenders arte erstellt hat.
Auf der Suche nach den Ursprüngen der Schrift bereiste Brody Neuenschwander mit Kalligraphen unterschiedlicher Traditionen und Filmemachern die ganze Welt. Entstanden ist eine faszinierende Dokumentation rund um das Rätsel der Entstehung der Schrift. Im Anschluss an den Film stellt der Künstler eigene Arbeiten vor, in denen er die Schrift in Kunst verwandelt.

Der in Brügge (Belgien) lebende Neuenschwander zählt zu den innovativsten Schriftkünstlern der Gegenwart. Durch zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsprojekte, darunter mit dem britischen Filmregisseur und Experimentalkünstler Peter Greenaway sowie mit der niederländischen Multimediakünstlerin  Saskia Boddeke, ist Neuenschwander einem breiten Publikum bekannt.  Zusammen mit dem Diözesanmuseum Paderborn hat er bereits eine Vielzahl an Projekten umgesetzt. Überaus erfolgreich war seine Kunstaktion A brush with silence, bei der zahlreiche Kalligraphen aus aller Welt im Kreuzgang des Paderborner Doms und im Diözesanmuseum eine Nacht hindurch Texte in ihrer jeweiligen, ganz eigenen Schrift kunstvoll auf Papier brachten.

Brody Neuenschwander: „Word History“, Montag, 9. Dezember, 19 Uhr, Diözesanmuseum Paderborn, Eintritt: 5 EUR.

Brody Neuenschwander
Brody Neuenschwander im Diözesanmuseum Paderborn (c) Diözesanmuseum Paderborn, Kalle Noltenhans

Freunde und Weggefährten gestalten literarisch-musikalischen Abend in Gedenken an den großen Schauspieler und Wort-Künstler Willi Hagemeier

Dem großen, im vergangenen Jahr verstorbenen Paderborner Schauspieler, Synchronsprecher und Wortkünstler Willi Hagemeier widmet das Diözesanmuseum Paderborn unter dem Titel „KLANG-VOLL“ am kommenden Donnerstag, 5. Dezember, 19 Uhr, einen literarisch-musikalischen Abend mit Beiträgen von Weggefährten und langjährigen Freunden, darunter Schauspieler und Musiker wie Erwin und Heiko Grosche, Thomas Heller und Lars Hesse. Mit Akkordeon und Live Elekronik entführen die Musiker Robert Kusiolek und Elena Chekanova in eigene Klangwelten.

Willi Hagemeier, einer der markantesten Persönlichkeiten der Paderborner Kulturszene der vergangenen Jahrzehnte, zählte nicht nur zum festen Ensemble des Paderborner Theaters, sondern spielte auch in zahlreichen Filmen mit. Besonders wegen seiner unverkennbaren warmen Bassstimme war er ein gefragter Sprecher bei Hörspielaufnahmen und Lesungen. Auch den großen Ausstellungen und langen Museumsnächten des Diözesanmuseums Paderborn verlieh Willi Hagemeier immer wieder seine Stimme: Ob als grantelnder Papst Gregor VII. oder als von seinen Romreisen berichtender Goethe, ob als angelsächsischer Prinz oder isländischer Sagenerzähler. Über 20 Jahre war Willi Hagemeier mit dem Diözesanmuseum verbunden.

„Wake“ für Willi

Aus diesem Grund hat das Paderborner Museum langjährige Weggefährten – u.a. die Schauspieler, und Filmemacher Erwin und Heiko Grosche,  Thomas Heller und Lars Hesse, Komponist des Film-Musikdramas „Die Kinder der toten Stadt“ mit Willi Hagemeier und Iris Berben, sowie den Verleger und Fotografen Harald Morsch – eingeladen, mit persönlich ausgewählten Lesungen, Filmausschnitten und Tonmitschnitten ihrem Freund  zu gedenken.  „Der Abend soll zeigen, dass wir nicht ‚nach unserem Tod vergehen wie Rauch von starken Winden‘ (Lesung Andreas Gryphius, Willi Hagemeier anlässlich einer Langen Museumsnacht im Diözesanmuseum 2001), sondern noch in der Erinnerung von Freunden und Weggefährten weiterleben“, sagt Museumsdirektor Christoph Stiegemann.

Musikalisch gerahmt wird die Veranstaltung von den international ausgezeichneten Musikern Robert Kusiolek (Akkordeon) und Elena Chekanova (Live Elektronik), die zu den Spitzen der zeitgenössischen Kammermusik-Szene zählen.

Das Bild zur Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.
BU: Willi Hagemeier, Foto: ©Harald Morsch

 

 

 

 

KLANG-VOLL – Ein literarisch-musikalischer Abend mit Freunden zum Gedenken an Willi Hagemeier, Donnerstag, 5. Dezember 2019, 19 Uhr, Diözesanmuseum Paderborn, Eintritt frei.

Dioezesanmuseum Paderborn, Außenaufnahme

Museumsbau von Gottfried Böhm: „Mord am Dom“ oder Wunder Westfalens?

Als in den 1970er Jahren das Diözesanmuseum in Paderborn errichtet wurde, rief mancher „Mord am Dom!“,  andere nannten es „architektonisches Wunder“. Stararchitekt Gottfried Böhm hatte für die umfassende Sammlung des Erzbistums direkt neben dem Dom einen Bau geschaffen, der polarisierte. Bis heute macht das Diözesanmuseum Schlagzeilen, jedoch als Ort international renommierter großer kunst- und kulturhistorischer Ausstellungen. Seit Kurzem können Interessierte in die spannende Geschichte rund um diesen ersten bedeutenden kirchlichen Museumsbau in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg eintauchen. Vor Ort bietet ein über das Smartphone downloadbarer Audioguide den Besuchern die Möglichkeit die Geschichte und die verschiedenen Sichtweisen rund um den Bau nachzuerleben – humoristisch und unterhaltsam erzählt.

Zudem gibt Museumsdirektor Christoph Stiegemann, der seit 40 Jahren im Diözesanmuseum arbeitet und alles miterlebt hat, in einem Podcast lebhafte Einblicke in die Hintergründe und Fakten der Baugeschichte. Er erzählt bildhaft von den Kontroversen um die ungewöhnliche freitragende Stahlkonstruktion, verrät, warum es zwischenzeitlich sogar Vorschläge gab, das Gebäude als Kaufhaus zu nutzen und welche teilweise amüsanten Ideen entwickelt wurden, um die starken, durch die Fensterfronten bedingten Temperaturschwankungen im Inneren in den Griff zu bekommen. Zudem berichtet er vom Prozess der Sanierung und den Reaktionen des Architekten Böhm darauf und von den Qualitäten und Einzigartigkeiten, die dieser 1993 wiedereröffnete Museumsbau für ihn als Ausstellungsmacher hat.

Der Podcast zur Baugeschichte des Diözesanmuseums in Paderborn kann abgehört werden unter: www.teutoburgerwald.de/podcast.
Eindrücke aus dem Audioguide können hier gehört werden: www.teutoburgerwald.de/geschichten Die Geschichte ist eine von 22 spannenden Storys, die im Teutoburger Wald unter dem Motto „Gehört. Erzählt!“ lebendig werden. Als kleine Hörspiele, kurze Videos und andere interaktive Formate sind sie an Ort und Stelle ihres Geschehens erlebbar und geben ungewöhnliche Perspektiven auf Städte und Orte, Kulturdenkmäler und Persönlichkeiten. Ein Erlebnisführer, der alle 22 Storys vorstellt, ist im Diözesanmuseum Paderborn erhältlich und kann online bestellt werden unter: www.teutoburgerwald.de/prospekte.


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