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Ein studentisches Projekt im Diözesanmuseum Paderborn

8. Juli – 8. August 2021 

Im Diözesanmuseum unvergessen ist die letztjährige Rubensausstellung, die – fast wie geplant und Corona zum Trotz – großartige Werke des bedeutenden Antwerpener Künstlers und seiner Nachfolger in Paderborn präsentieren konnte. Eine besondere Aktion hatten sich damals Studierende des Instituts für Romanistik der Universität Paderborn mit ihrer Dozentin Professorin Sabine Schmitz überlegt: Die Präsentation barocker Lebenswelten in großen (Schrank-)Koffern. Die Ausstellung der Koffer wurde von der Pandemie verhindert, umso größer die Freude, dass die Macher*innen sich bereit erklärt haben, das Projekt nun doch noch im Diözesanmuseum zu präsentieren. Bis zum 8. August können die Koffer im Museum bewundert werden.   

Die Koffer sind für den Einsatz in Schulen bestimmt. Sie sollen Schüler*innen die Epoche Barock in ihren verschiedenen Facetten interaktiv näher bringen. Die Koffer können von Lehrkräften ausgeliehen werden (z.B. in den Fächern Spanisch, Französisch, Kunst, Geschichte) und im Unterricht verwendet werden.

Der erste Koffer

entführt uns zunächst ins „Große Welttheater“ des spanischen Barockautors Calderón de la Barca. Dem Barock war das ganze menschliche Leben ein Bühnenstück, eine Inszenierung, und eine solche kann von den Nutzer*innen mithilfe des Koffers und zahlreicher Requisiten interaktiv realisiert werden. Bedenkt man die große Rolle, welche die mediale Selbstdarstellung des Einzelnen im Internet heutzutage spielt, ist dies ein Konzept, das auch einem Publikum des 21. Jahrhunderts leicht zugänglich ist.

Der zweite Koffer

In Spanien und in der Beziehung Spaniens zu Lateinamerika spielt der Barock bis heute eine große Rolle für die Konstruktion kultureller Identität(en); dies zeigt der zweite Koffer anhand spannender Angebote: Mit Hilfe einer Spieluhr erklingt barocke Musik, Spiegel und Kleid lassen die barocke Prachtentfaltung vor Augen treten und anhand eines versteckten Geschichtsbuchs kann sich auch der dunklen Seite der Epoche in Spanien und Lateinamerika sowie des diffizilen Zusammenhangs zwischen den Begriffen ‚Barock‘ und ‚Hispanidad‘ genähert werden.

Der dritte Koffer

„Französischer Barock/französische Klassik im Koffer“ bietet einen kulturhistorischen Überblick – auch der große Peter Paul Rubens wird gebührend gewürdigt; es gibt sogar ein spannendes Interview mit dem Rubensexperten Nils Büttner zum Nachhören. Doch nicht nur kulturelle Errungenschaften werden präsentiert: Sozialgeschichtlich relevant werden die sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten adeliger und nicht-adeliger Frauen in der Barockzeit für Schüler*innen lebendig gemacht.

Mein Lieblingsstück – die Bergkristallmonstranz aus Körbecke

Filigran, detailreich und goldglänzend – das „Lieblingsstück“ unserer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Karin Wermert ist ein Herzstück westfälischer Goldschmiedekunst. Die Bergkristallmonstranz aus Körbecke ist um die 650 Jahre alt und diente einst zur Aufbewahrung und Präsentation der geweihten Hostie. In diesem Kurzvideo spricht Karin Wermert über deren Hintergründe und wirft einen Blick auf die zahlreichen kunstvoll gearbeiteten Details der Monstranz.

Mein Lieblingsstück – die Johannesschüssel aus Willebadessen

Ein abgetrennter Kopf auf einer Schale – das „Lieblingsstück“ unserer Mitarbeiterin Britta Schwemke hat es in sich! Was es mit dieser um die 600 Jahre alten „Johannesschüssel“ auf sich hat, erfahren Sie in diesem Kurzvideo.

Mein Lieblingsstück – die Skulptur der hl. Katharina von Alexandrien

Das „Lieblingsstück“ unserer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ulrike Frey ist die majestätische Skulptur der hl. Katharina von Alexandrien. Warum Katharina Krone und Schwert trägt und was es mit der am Boden kauernden Gestalt auf sich hat, erfahren Sie in diesem Kurzvideo.

Mein Lieblingsstück – der Leuchter aus Schmallenberg-Oberkirchen

Das „Lieblingsstück“ von Dr. Christiane Ruhmann hat ein beeindruckendes Alter – über 1000 Jahre zählt der kleine Leuchter. In diesem Kurzvideo wirft die Kuratorin einen Blick auf dessen kunstvoll gearbeitete Details und verrät, welche bedeutende Rolle dem Leuchter im Mittelalter zukam.

Mein Lieblingsstück – das Porträt des Fürstbischofs Clemens August von Bayern

Das großformatige Porträt von Fürstbischof Clemens August von Bayern ist eines der „Lieblingsstücke“ unseres Direktors Dr. Holger Kempkens. Was die beiden verbindet, welche Bedeutung Clemens August für Paderborn hat und welche Details von den zahlreichen Ämtern und Würden des Fürstbischofs zeugen, verrät Ihnen Holger Kempkens in diesem Kurzvideo.

Er ist eines der bedeutendsten Objekte des Paderborner Domschatzes und seit 1975 Teil der Sammlung des Diözesanmuseum: Der Tragaltar aus den 20er Jahren des 12. Jahrhunderts. Kuratorin Dr. Christiane Ruhmann stellt dieses besondere Werk, die ihn schmückenden Darstellungen und seine bewegte Geschichte vor und wagt sogar einen Blick in sein Inneres.

Die über 500 Jahre alte Anna Selbdritt-Skulptur aus Dortmund-Huckarde ist ein Herzstück der Sammlung des Diözesanmuseums Paderborn. Was der Ausdruck „Selbdritt“ bedeutet, wie sich die Menschen des Mittelalters in dieser Darstellung wiederfinden konnten und warum die erhaltene farbige Fassung der Figur von besonderer Bedeutung ist, erläutert Museumsdirektor Holger Kempkens in diesem Kurzvideo.

©Diözesanmuseum Paderborn

Der neue Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, Dr. Holger Kempkens, stellt zwei Highlights der Museumssammlung vor. Was die Büsten von Kaiser Heinrich II. und seiner Ehefrau Kunigunde mit Holger Kempkens ehemaliger Tätigkeitsstätte Bamberg zu tun haben, und worin die Bedeutung der beiden Objekte liegt, erfahren Sie in diesem Kurzfilm.

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