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  • Westfalen, um 1500/20
  • Roter Wesersandstein, Witterungsschäden
  • Paderborn, Hoher Dom St. Marien, St. Liborius und St. Kilian, Kreuzgang, Inv.-Nr. SK 804

Das Motiv dreier Hasen in einem Kreis, die einander so zugeordnet sind, dass ihre Ohren in der Mitte ein gleichseitiges Dreieck bilden, findet sich in Asien bereits seit dem 7./9. Jahrhundert und ist im europäischen Mittelalter ebenfalls weit verbreitet. Sah man in der älteren Forschung in dem Motiv ein Sinnbild der Trinität, so gilt es heute eher als solares oder lunares Zeichen – die kreisenden, immer wiederkehrenden Bewegungen von Sonne und Mond symbolisieren die Ewigkeit, die weder Anfang noch Ende kennt.

Die drei Hasen aus dem Maßwerkfenster im Nordflügel des Domkreuzgangs – heute dort durch eine Kopie ersetzt – sind zum Wahrzeichen von Paderborn geworden.

Ältere Beispiele finden sich etwa an der „Hasenglocke“ im Zisterzienserkloster Haina (vor 1225), an einem Schlussstein im Dom zu Münster (1250) oder im Kreuzgang des Zisterzienserklosters Hardehausen. Auch im europäischen Ausland, in England, Frankreich und in der Schweiz begegnet das Motiv bereits seit dem Mittelalter.

Foto: Ansgar Hoffmann

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