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Bischofsfiguren vom Paradiesportal des Paderborner Doms im CT durchleuchtet

Diözesanmuseum Paderborn bereitet sich auf große GOTIK-Ausstellung im September vor

PADERBORN. Es war kein gewöhnlicher Arzttermin für „Liborius“ und „Kilian“ im Paderborner Vincenz Krankenhaus: Die beiden monumentalen Holzfiguren, die normalerweise das Portal des Paderborner Doms bewachen, wurden gestern beim Chef-Radiologen des Krankenhauses, Professor Wolfgang Krings, vorstellig und zu einer Untersuchung in den Computertomographen (CT) geladen. Begleitet wurden die beiden prominenten Bischofsheiligen Paderborns neben Dompropst Joachim Göbel vom Erzbistum Paderborn unter anderem von Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, und dem Restaurator Matthias Rüenaver von der Firma ars colendi.

In Vorbereitung auf die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung „GOTIK– Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa“ die ab dem 21. September im Diözesanmuseum Paderborn gezeigt wird, wurden die beiden Figuren vor einiger Zeit von den Dom-Türen abgenommen, um sie einer genauen Untersuchung zu unterziehen. In diesen Wochen nun werden sie restauratorisch und konservatorisch für die Ausstellung fit gemacht. Dabei sollen ihnen bislang verborgene Geheimnisse entlockt werden.

Dr. Thomas Eißing, Leiter des Labors für Dendrochronologie und Gefügekunde der Universität Bamberg ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Erforschung mittelalterlicher Holzskulpturen und Holzobjekte in Deutschland. Bereits im Mai konnte der er mit bloßem Auge erste Anhaltspunkte für eine Entstehungszeit der Figuren gewinnen. Doch der Wissenschaftler und der Restaurator wollten es genau wissen: Lassen sich an den Skulpturen noch Spuren ihrer einstigen Bemalung feststellen? Stammen die Figuren aus derselben Zeit wie ihre steinernen Paradiesportal-Kollegen? Und wie wurden sie hergestellt? Durch die CT-Untersuchung, die auch jene, mit dem Auge nicht sichtbaren Jahresringe der Holzfiguren erfasst, hofft der Forscher nun das Fälldatum jenes Eichenstamms jahrgenau ermitteln zu können, aus dem die beiden Heiligenfiguren geschnitzt wurden.

„Es ist wohl erkennbar, dass beide Figuren aus dem gleichen Baumstamm geschnitzt wurden. Der Baum muss nach bisherigen Erkenntnissen zwischen 1212 und 1224 gefällt worden sein“, sagt Museumsdirektor Christoph Stiegemann. Gespannt blicken die Wissenschaftler nun auf die Auswertung in Bamberg. „Zur Ausstellung werden wir es wissen“, so Stiegemann weiter.

GOTIK-Ausstellung – Europas Baukultur des 13. Jahrhunderts

Die große Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn nimmt vom 21. September bis 13. Januar 2019 die Gotik als länderübergreifendes Phänomen in den Blick. Gezeigt wird, wie neuartige Ideen und bahnbrechende technologische Neuerungen ab dem 12. Jahrhundert die Architektur und Kunst in ganz Europa flächendeckend revolutionierten – vom Bau großer Kathedralen über die Skulptur bis hin zur Mikroarchitektur, der Gotik en miniature.

Hochkarätige Exponate aus ganz Europa werden für die Dauer der Ausstellung in Paderborn zusammengeführt, darunter die sogenannten Reimser Palimpseste – die ältesten erhaltenen Architekturzeichnungen –, bedeutende Bildhauerwerke, etwa vom Naumburger Meister, aber auch Preziosen der Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzerei und Buchmalerei aus dem Pariser Louvre und dem Musée Cluny, Paris. Zu den besonders prominenten Stücken zählen das berühmte Heiliggrabreliquiar aus dem Schatz der Kathedrale von Pamplona, das bislang noch nie in Deutschland gezeigt wurde, das kostbare Dreiturmreliquiar aus der Aachener Domschatzkammer und die Originalfragmente des Schreins der heiligen Gertrud von Nivelles. Extra angefertigte 3D-Modelle und Animationen auf der Basis neuester Erkenntnisse der Bauforschung geben faszinierende Einblicke in die Konstruktionstechniken gotischer Gebäude.

Hinweise an die Redaktionen

Weitere Informationen über die Ausstellung finden Sie unter:
dioezesanmuseum-paderborn.de/gotik/

Bildmaterial zum Download liegt unter:
dioezesanmuseum-paderborn.de/pressebilder-gotik/

Bildmaterial zu dieser Pressemeldung:

Dompropst Joachim Göbel und PD Dr. Wolfgang Krings

Dompropst Joachim Göbel und PD Dr. Wolfgang Krings

Dompropst Joachim Göbel

Dompropst Joachim Göbel beobachtet die Untersuchung der Liborius-Figur im CT

Ärzte und Restauratoren

Ärzte und Restauratoren bei der Untersuchung der Figuren vom Paderborner Paradiesportal im St. Vincenz Krankenhaus

 CT-Gerät

Die Figur des hl. Liborius wird durch das CT-Gerät gefahren

Hl. Liborius im CT

Im CT erzeugte Ansicht der Figur des Hl. Liborius

Der heilige Liborius durchleuchtet

Der heilige Liborius durchleuchtet, Foto: Roland Pfaff, Erzbistum Paderborn

Der heilige Liborius durchleuchtet

Der heilige Liborius durchleuchtet, Foto: Roland Pfaff, Erzbistum Paderborn

Liborius im CT

– Liborius 1: Der heilige Liborius im CT – Schichtaufnahme mit Jahresringen, Foto: Roland Pfaff, Erzbistum Paderborn

Liborius im CT

Der heilige Liborius im CT – Schichtaufnahme mit Jahresringen, Foto: Roland Pfaff, Erzbistum Paderborn

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