Skip to content

Pressemitteilung
Paderborn, 26. März 2026

INFLUENCED BY KUNIGUNDE
StudioEINZ im Dialog mit einer mittelalterlichen Kaiserin

Eine Ausstellung der Reihe CONNECT # im Diözesanmuseum Paderborn

29. März bis 31. Mai 2026
Eröffnung: 29. März 2026, 15 Uhr
www.dioezesanmuseum-paderborn.de

„Kunigunde die Schöne“ – zur Königin gekrönt in Paderborn, vom Papst in Rom zur Kaiserin erhoben. „Kunigunde die fromme Edelfrau“ – verehrt als Heilige und in Legenden als Wundertätige gerühmt. War sie mächtig, durchsetzungsstark, politisch klug oder einfach nur eine Frau ihrer Zeit, abhängig von männlichem Wohlwollen und Schutz? Was hat diese Frau, die vor 1000 Jahren gelebt hat, mit uns heute zu tun? Für die sieben Akteurinnen des Frauenkollektivs StudioEINZ ist Kunigunde Projektionsfläche und Impulsgeberin für eine kreative Auseinandersetzung mit Frauenrollen und -bildern im Wandel der Zeit. Sie thematisieren in ihren Arbeiten weibliches Wissen und Vermächtnis, gesellschaftliche Akzeptanz und auch Ausgrenzung von Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Ab dem 29. März 2026 ist ihre Ausstellung INFLUENCED BY KUNIGUNDE – StudioEINZ im Dialog mit einer mittelalterlichen Kaiserin in der Reihe CONNECT # im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen.

Kunigunde gestern und heute: Vom kostbaren Haar-Reliquiar bis zum grellbunten 3D-Druck

Die Geschichte von Kunigunde ist eng mit Paderborn verbunden, und das Frauenkollektiv von StudioEINZ lässt sich von ihrem Leben und Wirken inspirieren. Die mittelalterliche Herrschergattin wird zum Ausgangspunkt für Installationen, Collagen und Inszenierungen, 3D-Drucke, Graffitis, Objekte und künstlerisch-kreative Projekte. Den Interventionen stehen Exponate aus der Museumssammlung und Leihgaben gegenüber. Darunter die einzigartige Reliquienbüste von Kunigunde, deren Foto auch die Außenfassade des Diözesanmuseums schmückt. Ein Highlight ist das kostbare Reliquiar mit Haaren der Heiligen aus dem Bamberger Domschatz. Es ist erstmals in Paderborn zu sehen. Die Ausstellung ist experimentell gestaltet und setzt mit einem flankierenden Veranstaltungsprogramm auf Teilhabe und Interaktion.

Am Beginn der Ausstellung widmet sich Heike Sondermann-Salzig zunächst der historischen Kunigunde, indem sie umfangreiche Wandtexte zur Ausstellung entwickelt und die kunsthistorischen Exponate kuratiert. Neben der berühmten Reliquienbüste von Kunigunde und der kunstvoll gefassten Haar-Reliquie aus Bamberg sind historische Grafiken und Andachtsbildchen zu sehen. Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Fund aus der Zeit der Weimarer Republik: eine 75 Pfennig-Banknote, Paderborner Notgeld aus dem Jahre 1921. Eine Seite des Geldscheins zeigt die Krönung Kunigundes im Jahr 1002 in Paderborn.

Bunt, grell und überraschend zeigt sich Kunigunde bei Meri Berg. Sie hat die bekannte Paderborner Reliquienbüste fünf Mal „geklont“. Die 3D-Druck-Schwestern der historischen Heiligenbüste hat Meri Berg mit unterschiedlichen Techniken bearbeitet – von Graffiti über Collage bis Malerei. „Meine Arbeit verbindet historische Repräsentation mit urbaner Bildsprache und zeigt, wie sich Gegenwart in überlieferte Bilder einschreibt“, sagt sie.

Für die StudioEINZ-Akteurinnen Katharina Backhaus und Miriam Liebich ist weibliches Wissen ein Schatz, der heute noch Bedeutung hat und über Generationen weitergegeben wird. Mit ihrer Installation aus transparenten Stoffbahnen und Sounds schaffen sie einen begehbaren Raum für ‚Begegnungen‘ mit besonderen Frauen. „Jedes Porträt steht für eine Facette von Frauen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre innere Kraft in unsichtbaren Linien weitergegeben haben“, sagt Miriam Liebich. Die beiden Gestalterinnen spannen den Bogen weit, von Kunigunde über Hildegard von Bingen bis zu Taylor Swift.

Monika Lumperda fängt mit ihrer Kamera Alltagssituationen in ihrer Stadt ein. Mit ihrem besonderen Blick für Details richtet sie den Fokus gern auf Frauen: „Ich habe mich gefragt, wie sich Kunigunde heute wohl in die Stadtgesellschaft einfügen würde“, erzählt sie. Mit dieser Frage im Kopf hat sie ihr umfangreiches Fotoarchiv gesichtet und 18 Bilder ausgewählt: Sie zeigen Frauen – überwiegend von hinten – die dennoch erkennbar sind in ihren Rollen oder Funktionen, von der Joggerin bis zur Schützenkönigin.

Eleonore Yui Tanakas Arbeit ist mehrteilig: „Meine ‚Kunigunde to goist gedacht als Meditationshilfe im Taschenformat“, erklärt sie. Für ihr märchenhaft gestaltetes Objekt verwendet sie Stoff, Alltagsmaterialien und funkelnde Zierelemente. Orientiert hat sie sich an den aufwändig gestalteten Reliquiaren früherer Jahrhunderte. Märchenhaftes findet sich auch in Eleonore Yui Tanakas Zeichnungen auf milchig-weißer Folie, die in Form großer Hauben über den Köpfen der Besucher*innen schweben.

„Mir geht es darum, Fragen nach Weiblichkeit in der Gesellschaft zu stellen und darum, wie Kleidung Sichtweisen und Einordnungen von Frauen verändern kann“, sagt Laura Schlütz. Ihre interaktive Installation #fitcheckmitkunigunde besteht aus Hologrammfolie auf Spiegel, Fotografien des blauen Mantels der Kunigunde und einem Display. Laura Schlütz lädt die Besuchenden ein, sich selbst im Spiegel zu betrachten, und sammelt individuelle Looks in Form von Fitchecks. Damit greift sie einen Trend aus den sozialen Medien auf, bei dem Menschen ihr Outfit in einem Foto – oft vor einem Spiegel – präsentieren.

CONNECT # – Raum für Experimente und Diskussionen

Mit der neuen Reihe CONNECT # hat das Diözesanmuseum einen Freiraum für Experimente und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen geschaffen. Das Format setzt auf Kooperationen und ermöglicht es Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft, gemeinsam mit dem Museum Ausstellungsformate zu erproben und einen Diskussionsraum zu öffnen.

 

Das Diözesanmuseum Paderborn ist das älteste seiner Art im deutschsprachigen Raum. 1853 gegründet, bewahrt es eine der umfangreichsten und bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher bis barockzeitlicher Kunst in Deutschland mit Schwerpunkten in den Bereichen Skulptur und Goldschmiedekunst. In den vergangenen 25 Jahren ist es mit seinen großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen, die internationale Leihgaben in Paderborn zusammenführten, weit über die Region hinaus bekannt geworden.

Kontakt Museum

Erzbischöfliches Diözesanmuseum und Domschatzkammer

Markt 17, 33098 Paderborn, Tel. +49 (0) 5251-1251400, museum@erzbistum-paderborn.de

Öffnungszeiten / Eintritt Dienstag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr, jeden ersten Mittwoch im Monat bis 20 Uhr.

Eintritt: 4 Euro, ermäßigen 2 Euro

Pressekontakt im Auftrag des Diözesanmuseums Paderborn

Hendrik von Boxberg, +49 177 7379207, presse@dioezesanmuseum-paderborn.de

Waltraud Murauer-Ziebach, +49 171 416 8808, w.murauer@arthema.de

Pressefotos unter www.dioezesanmuseum-paderborn.de/presse/ und auf Anfrage.

StudioEINZ ist ein innovatives, interdisziplinäres Kollektiv von Gestalterinnen und Kunstvermittlerinnen in Paderborn. Die sieben Akteurinnen bringen vielfältige Kompetenzen mit: Von Textil- und Modedesign über Möbeldesign, Grafik und Fotografie bis hin zu Kunstgeschichte und Collage-Kunst. https://www.studio-einz.de/

vorne v. links: Eleonore Tanaka, Katharina Backhaus, Miriam Liebich sowie
hinten v. rechts: Monika Lumperda, Meri Berg, Heike Sondermann-Salzig und Laura Schlütz
Fotocredits: Tobias Vorwerk

 

Katharina Backhaus ist Produktdesignerin. Mit einem besonderen Fokus auf Upcycling verbindet sie traditionelle Handwerkskunst mit modernen Designansätzen. Ausgebildet als Tischlerin, hat sie Innenarchitektur studiert und ist u.a. im Bereich Set-Design für Filmproduktionen aktiv.

Meri Berg hat Kunst und Musik studiert. Sie verbindet Malerei, Collage und Installation, um gesellschaftliche Themen aufzugreifen. 2022 hat sie die Kunstschule spARTacus in Paderborn gegründet. Meri Berg entwickelt Workshops, die Kunst und Bildung verbinden und kulturelle Teilhabe fördern.

Miriam Liebich ist diplomierte Grafikdesignerin, Illustratorin und leidenschaftliche Wortspielerin. Mit humorvollem Ansatz verbindet sie Text und Bild. Ihr künstlerisches Spektrum reicht von grafischen Entwürfen bis zu Illustrationen.

Monika Lumperda ist Lehrerin und Fotografin. Sie ist bekannt für ihre besonderen Stadtansichten im kleinen, quadratischen Format. Als Gründerin des Labels PaderQuader hat sie mit den 10 x 10 cm großen, auf Holz gedruckten Bildern eine Paderborner Marke geschaffen.

Laura Schlütz ist studierte Mode-Textil-Designerin und Medienwissenschaftlerin. Mit ihrem Label Machart setzt sie auf nachhaltige Mode und Zero-Waste-Fashion-Design. Sie hat Lehraufträge an mehreren Hochschulen, arbeitet künstlerisch mit innovativen Upcycling-Techniken und textilen Installationen sowie in künstlerisch-kulturellen Formaten mit Kindern und Jugendlichen.

Heike Sondermann-Salzig ist Kunsthistorikerin, in der Kunstvermittlung und als Kuratorin aktiv. Sie hat für Museen in Münster, Neuss und Unna sowie für ein Auktionshaus im Rheingau gearbeitet und betreute eine große Kunstsammlung. Die museale Arbeit kennt sie in all ihren Facetten.

Eleonore Tanaka studiert Kunst und Kunstvermittlung und ist künstlerisch im Bereich Druck und Design aktiv. Sie betreut kulturelle Projekte mit Kindern und Jugendlichen, leitet Workshops und engagiert sich in interkulturellen Austauschprozessen.

 

Veranstaltungen zur Ausstellung
INFLUENCED BY KUNIGUNDE im Diözesanmuseum Paderborn.

Mehr Informationen im Veranstaltungskalender.
Die Teilnahme an den öffentlicher Führung ist im Eintrittspreis enthalten.

5. April 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Laura Schlütz

10. April 2026 | 18:00–20:00 Uhr
Performance und Talk: mit Mediendesigner Olivier Kleine und Rapperin Aco MC

12. April 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Eleonore Tanaka

18. April | 14:00–17:00 Uhr
Kunigunde kreativ erleben: Aquarell Workshop mit Meri Berg

19. April 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Miriam Liebich

19. April 2026 | 15:00–17:00 Uhr
„Ich sprüh’s an jede Wand…“ – Feministische Perspektiven auf Graffiti und Street Art:
Vortrag von Sven Niemann und Grafitti-Künstlerin Marla

23. April 2026 | 18:00–20:00 Uhr
Kunigunde – Eine Herrscherin zwischen Wahrheit und Legende:
Vortrag von Museumsdirektor Holger Kempkens

26. April 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Eleonore Tanaka

3. Mai 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Laura Schlütz 

7. Mai 2026 | 18:00–20:00 Uhr
Kunigunde trifft Wortkunst: Poetry-Slam-Performance und anschließender Talk mit Eva Dreier

10. Mai 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Laura Schlütz

16. Mai 2026 | 11:00–16:00 Uhr
Linoldruck mit Kunigunde: Workshop mit Eleonore Yui Tanaka

17. Mai 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Miriam Liebich

17. Mai 2026 | 14:00–16:30 Uhr
Kunigundgebung – Poesie Hafen meets Kunigunde: mit Hendrik zur Mühlen und Julia Kluge

31. Mai 2026 | 12:00–13:00 Uhr
Öffentliche Führung mit Miriam Liebich

An den Anfang scrollen