
INFLUENCED BY KUNIGUNDE
StudioEINZ im Dialog mit einer mittelalterlichen Kaiserin.
Eine Ausstellung in der Reihe CONNECT # im Diözesanmuseum Paderborn
29. März bis 31. Mai 2026
Wer war eigentlich Kunigunde? Eine schöne Kaiserin in längst vergangener Zeit? Eine mächtige Herrscherin, eine Heilige, eine fromme Edel- und Ehefrau? Wie haben sich Frauenbilder heute verändert und was hat eine Frau aus dem Mittelalter mit uns zu tun? Fragen wie diese stellt und bearbeitet das Paderborner Frauenkollektiv StudioEINZ in der Ausstellung Influenced by Kunigunde. StudioEINZ im Dialog mit einer mittelalterlichen Kaiserin im Diözesanmuseum Paderborn.
Influenced by Kunigunde ist die zweite Ausstellung in der neuen Reihe CONNECT #. Das experimentelle Format setzt auf Kooperationen und ermöglicht es unterschiedlichen Akteur*innen in musealem Setting gemeinsam mit dem Museum Ausstellungen zu gestalten, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und einen Diskussionsraum zu öffnen.
Kunigunde: Herrscherin, Heilige, Ehefrau und Role Model?
Die Geschichte von Kunigunde ist eng mit Paderborn verbunden. Hier wurde die spätere Kaiserin im Jahr 1002 zur Königin gekrönt. Hier hatte das Herrscherpaar Heinrich II. und Kunigunde eine imposante Residenz. Zwei einzigartige Reliquienbüsten der beiden gehören zu den Schätzen der Sammlung des Diözesanmuseums. Weithin sichtbar schmücken ihre Darstellungen auch die Außenfassade des Hauses.
Kunigundes Leben zeigt, wie Frauen im Mittelalter zwischen Macht, Verantwortung und gesellschaftlichen Erwartungen agierten. Kunigunde ist nicht nur eine historische Person, sondern auch eine Figur, auf die immer wieder neue Bilder und Ideen von Weiblichkeit gelegt wurden. Taugt sie als Role Model? Das 7-köpfige Team von StudioEINZ greift ihre Geschichte und ihre heutige Relevanz in Installationen, Collagen und Inszenierungen, mit 3D-Drucken, Graffitis, Objekten und künstlerisch-kreativen Projekten auf. Die Interventionen beleuchten “die Kunigunden“ der Sammlung des Diözesanmuseum aus zeitgenössischer Perspektive, machen neue Lesarten sichtbar und stellen Verbindungen zu aktuellen künstlerischen Praktiken her. Die experimentell gestaltete Ausstellung setzt mit flankierendem Programm zudem auf Teilhabe und Interaktion.
Über StudioEINZ und die Künstlerinnen
StudioEINZ ist ein innovatives, interdisziplinäres Kollektiv von Gestalterinnen und Kunstvermittlerinnen in Paderborn. Die sieben Akteurinnen bringen vielfältige Kompetenzen mit: Von Textil- und Modedesign über Möbeldesign, Grafik und Fotografie bis hin zu Kunstgeschichte und Collage-Kunst.

vorne v. links: Eleonore Tanaka, Katharina Backhaus, Miriam Liebich sowie hinten v. rechts: Monika Lumperda, Meri Berg, Heike Sondermann-Salzig und Laura Schlütz
Katharina Backhaus ist Produktdesignerin. Mit einem besonderen Fokus auf Upcycling verbindet sie traditionelle Handwerkskunst mit modernen Designansätzen. Ausgebildet als Tischlerin, hat sie Innenarchitektur studiert und ist u.a. im Bereich Set-Design für Filmproduktionen aktiv.
Meri Berg hat Kunst und Musik studiert. Sie verbindet Malerei, Collage und Installation, um gesellschaftliche Themen aufzugreifen. 2022 hat sie die Kunstschule spARTacus in Paderborn gegründet. Meri Berg entwickelt Workshops, die Kunst und Bildung verbinden und kulturelle Teilhabe fördern.
Miriam Liebich ist diplomierte Grafikdesignerin, Illustratorin und leidenschaftliche Wortspielerin. Mit humorvollem Ansatz verbindet sie Text und Bild. Ihr künstlerisches Spektrum reicht von grafischen Entwürfen bis zu Illustrationen.
Monika Lumperda ist Lehrerin und Fotografin. Sie ist bekannt für ihre besonderen Stadtansichten im kleinen, quadratischen Format. Als Gründerin des Labels PaderQuader hat sie mit den 10 x 10 cm großen, auf Holz gedruckten Bildern eine Paderborner Marke geschaffen.
Laura Schlütz ist studierte Mode-Textil-Designerin und Medienwissenschaftlerin. Mit ihrem Label Machart setzt sie auf nachhaltige Mode und Zero-Waste-Fashion-Design. Sie hat Lehraufträge an mehreren Hochschulen, arbeitet künstlerisch mit innovativen Upcycling-Techniken und textilen Installationen sowie in künstlerisch-kulturellen Formaten mit Kindern und Jugendlichen.
Heike Sondermann-Salzig ist Kunsthistorikerin, in der Kunstvermittlung und als Kuratorin aktiv. Sie hat für Museen in Münster, Neuss und Unna sowie für ein Auktionshaus im Rheingau gearbeitet und betreute eine große Kunstsammlung. Die museale Arbeit kennt sie in all ihren Facetten.
Eleonore Tanaka studiert Kunst und Kunstvermittlung und ist künstlerisch im Bereich Druck und Design aktiv. Sie betreut kulturelle Projekte mit Kindern und Jugendlichen, leitet Workshops und engagiert sich in interkulturellen Austauschprozessen.