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Rüdiger Safranski und Christoph Brech faszinierten ihr Publikum beim Dialog im Diözesanmuseum

Dialog in der Ausstellung MORE than ROME

Dialog in der Ausstellung MORE than ROME Foto: Diözesanmuseum

Es ging um die Zeit, um Zeitspannen, Zeitpunkte, Zeitlosigkeit– und um Kunst, die der Zeit nachspürt. Der Autor und Philosoph Rüdiger Safranski traf den Foto- und Videokünstler Christoph Brech gestern Abend im Diözesanmuseum. Mehr als 100 Besucher begaben sich gemeinsam mit Safranski und Brech auf die Suche nach „geheimen Fäden“, nach verborgenen Verbindungen und Resonanzen zwischen auf den ersten Blick so unterschiedlich erscheinenden Werken der Ausstellung „More than ROME. Christoph Brech im Dialog mit der Sammlung des Diözesanmuseums“.

Safranski schlug einen Bogen von den beeindruckenden Allegorien des Libori-Festaltars zu den Schwänen, die sich in einer riesigen Projektion und extremer Zeitlupe an der Wand über den großartigen Figuren aus dem 18. Jahrhundert bewegen. Theatralisch hat Brech diesen Dialog der Werke gleich zu Beginn der Ausstellung in Szene gesetzt. Der Künstler erzählte, wie er die Schwäne nachts, bei minus 17 Grad, mitten in Berlin entdeckt und gefilmt habe. Die Langsamkeit, das scheinbare Anhalten der Zeit und immer wieder die Zeitlosigkeit, waren an diesem Abend wiederkehrendes Thema. Heute, so Safranski, lege man großes Gewicht auf den genauen Zeitpunkt. Um das Messen einer Zeitspanne geht es dagegen in der Arbeit „Tempus Fugit“, einem eher unscheinbaren Blatt, direkt hinter den beiden Protagonisten dieses Abends. Es zeigt eine Sanduhr mit Flügeln. Ein so genanntes Stundenglas habe mit dem ständigen Wiederkehren des Sandes etwas Unendliches an sich, führte Brech aus, und auch etwas Tröstliches.

Christoph Brech und Rüdiger Safranski

Christoph Brech und Rüdiger Safranski Foto: Diözesanmuseum

Nach dem „Tischgespräch“ im Eingangsbereich der Ausstellung, das per Lautsprecher auf allen Ebenen des Museums zu hören war, ging man gemeinsam mit den Besuchern durchs Haus. Während Safranski sich von freien Assoziationen leiten ließ, vermittelte Brech Entstehungsgeschichten und die vielschichtigen Hintergründe seiner Arbeiten. Im Zwiegespräch arbeitete man Verbindendes und Trennendes heraus. Das Publikum dankte nach gut eineinhalb Stunden mit anhaltendem Applaus für einen inspirierenden Abend und mit vielen neuen Aspekten.

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