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Wie sah der Lettner im Paderborner Dom aus?

Gut vier mal vier Meter misst die Sandkiste im Hof der Restaurierungsfirma ars collendi, in der die Lettner-Fragmente zugeordnet werden. Foto: W. Murauer-Ziebach

Gut vier mal vier Meter misst die Sandkiste im Hof der Restaurierungsfirma ars collendi, in der die Lettner-Fragmente zugeordnet werden. Foto: W. Murauer-Ziebach

Waren diese Rosetten-Fragmente einst Teil des Lettners im Paderborner Dom? Könnte dies der Platz der Skulpturen gewesen sein? Was gehört dazu, was nicht? Wissenschaftler und Restauratoren tragen Fundstücke zusammen, untersuchen, analysieren, forschen, diskutieren und sind mit Schatzgräbereifer bei der Sache. Ihr Ziel: Zum 950. Jubiläum der Domweihe sollen sich die Besucher des Gotteshauses und der großen Gotik-Ausstellung im Museum ein Bild machen können vom lang verschollenen Lettner. Denn vom 13. bis ins 17. Jahrhundert hinein besaß der Dom einen solchen.

Meist wurden Lettner aufwändig plastisch gestaltet, waren reich an Ornamenten und/oder bestückt mit Skulpturen. Gebaute Schmuckstücke, die seit dem Mittelalter Chor und Langhaus der Gotteshäuser trennten und damit auch das Priester- oder Mönchskollegium von den Laien. Häufig hatten die Lettner mehrere Durchgänge und eine Art Empore auf der Lesungen liturgischer Schriften stattfanden. Im 16. Jahrhundert veränderte sich die Liturgie und vielerorts wurden in der Folgezeit steinerne Lettner entfernt und durch Gitter ersetzt. So auch 1654 im Dom zu Paderborn.

Fragmente und Farben werfen Fragen auf

Manches was damals abgerissen wurde, fand praktischer Weise beim barocken Umbau neue Verwendung. Bereits 1925 entdeckte man dann Bruchstücke, die dem Lettner zugeordnet werden konnten und brachte sie ins Diözesanmuseum. Eine feine, bunt gestaltete Arbeit muss es gewesen sein, besetzt mit Figuren der 12 Apostel. Drei von ihnen sind in Teil erhalten geblieben.

Im März 1945 brannten das Dach des Doms und die barocke Inneneinrichtung ab, fast alle Gewölbe hielten aber den Bomben stand. Bei den Wiederherstellungsarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg, stießen der Architekt und Kirchenbaumeister Heinrich Stiegemann und Diözesanbaumeister Josef Rüenauver auf weitere Fragmente des gotischen Lettners. All diese Fundstücke sind jetzt Teil eines großen, wissenschaftlichen „Puzzles“.

Das Abenteuer „Lettner-Rekonstruktion“ ist noch längst nicht zu Ende. Wir bleiben dran und berichten demnächst weiter.

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