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Die Vorgeschichte

Nach seiner Gründung im Jahre 1853 wurde das Museum zunächst im ehemaligen Kapitelsaal der Paderborner Busdorfkirche untergebracht. Erst mit dem eigentlichen Gründungsdirektor Alois Fuchs und dem konkreten Aufbau der Sammlung konnten 1912 Räumlichkeiten im neu errichteten Generalvikariat bezogen werden. Im Foyer und dem darunter liegenden „Alten Kapitelsaal“ wurde nun die stetig wachsende Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Räume waren allerdings für die Realisierung eines stringenten Ausstellungskonzepts nicht geeignet.

1912 hatte Alois Fuchs nicht nur das Diözesanmuseum eingerichtet, sondern auch – in einem Raum über dem Atrium auf der Nordseite des Domchores – die Schatzkammer des Doms neu ausgebaut und erweitert.

Rohbau des Diözesanmuseums ca. 1973

Der Neubau

Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Sammlung wuchs die Raumnot. 1967 entschloss sich das Erzbistum Paderborn zu einem Museumsneubau. Als Standort wurde der seit 1945 freie, an den Marktplatz angrenzende Bereich auf der Südwestseite des Domes gewählt, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg drei- bis fünfgeschossig bebaut war. In einem begrenzten Wettbewerb fiel die einstimmige Wahl auf den Entwurf des Kölner Architekten und späteren Pritzker-Preisträgers Gottfried Böhm (*1920). Am 25. Mai 1975 konnte der Böhm-Bau seiner Bestimmung übergeben werden.

Im Zuge der Eröffnung des Neubaus wurde nun auch der Domschatz in das neue Präsentationskonzept integriert und ist seither in den historischen Kellerräumen des Museums zu sehen.

Konzept und bauliche Merkmale

Die in zwölf Stufen allmählich aufsteigenden Ausstellungsebenen einschließlich der Außenfassaden hängen an einer Trägerkonstruktion von vier Stützen über mittelalterlichen Gewölberäumen, u.a. dem ehemaligen Wohnpalast des Paderborner Bischofs Meinwerk (1009-1036). Mit seiner Transparenz nach innen und außen, mit seinem großen Hauptraum, der keine trennenden Zwischenwände und Kabinette im herkömmlichen Sinne mehr kennt, stand das Diözesanmuseum in Paderborn beispielhaft für die Museumskonzeption der späten 1960er Jahre, einer aus der Rückschau betrachtet für die weitere Entwicklung ganz entscheidenden Zeit, in der man das Museum alten Stils in Frage stellte und um ein neues Selbstverständnis stritt.

Der Ruf „Weg vom verstaubten Musentempel – hin zu mehr Offenheit und Transparenz!“ war im Böhm‘schen Museum in Paderborn gebaute Wirklichkeit geworden. Es trug die Signatur des Architekten bis ins Detail der Vitrinen und Postamente.

Mit seinen gestuften Bleifassaden behauptet es sich selbstbewusst wie ein skulptural aufgefasstes Schreingehäuse neben dem Dom.

Umbau

Eigens für eine bedeutende Sammlung religiöser Kunst erbaut, vermochte es das bereits in seiner Bauphase vieldiskutierte Museumsgebäude nicht, die für die Unterbringung hochkarätiger, aber zugleich auch empfindlicher Objekte notwendigen konservatorischen Voraussetzungen zu erfüllen. Fehlende Klimatechnik und das durch die großen Fensteröffnungen ungehindert einfallende Sonnenlicht verursachten massive Gefährdungen, u.a. bei den kostbaren, farbig gefassten Holzskulpturen. Das Erzbistum Paderborn beschloss daher schließlich den Umbau des Museums, der nach Plänen des englischen Museumsarchitekten Michael Brawne (1925–2003) realisiert wurde. Im Jahr 1993 konnte das Diözesanmuseum nach mehrjähriger Sanierung erneut seine Pforten öffnen. Nun war es nicht nur für die Unterbringung der eigenen Sammlung hervorragend geeignet, die neuen hohen konservatorischen Standards ermöglichten zudem die Durchführung jener internationalen Sonderausstellungen, für die das Museum seit der Ausstellung „799 – Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn“ im Jahre 1999 auch einem überregionalen Publikum bekannt ist.

Barrierefreiheit

Bestimmend für das Raumerlebnis im Inneren des Museums ist der ruhige, aufsteigende Rhythmus der Ebenen, die jeweils über Treppen miteinander verbunden sind. Dies stellt in Hinblick auf die Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein großes Problem dar. Nur vereinzelte Ebenen sind mit dem Fahrstuhl erreichbar. Momentan arbeiten Museum und Erzbistum gemeinsam mit Experten an einer Lösung.

Sichtbare Veränderungen – Bildvergleiche anhand von 8 Beispielen

Das Diözesanmuseum aus der Blickrichtung vom Schildern

ca. 1979 / 2017

Das Diözesanmuseum aus der Blickrichtung nach Westen

ca. 1983 / 2018

Hauptraum mit Blick nach Westen

ca. 1981 / 2017

Hauptraum mit Blick nach Süstosten

ca. 1977 / 2013

Ebene 6

ca. 1983 / 2017

Ebene 5

ca. 1977 / 2017

Ebene 8 – Blick zur Imad-Madonna

ca. 1977 / 2010

Kleiner Gewölberaum in der Schatzkammer

ca. 1982 / 2009

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