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Der Bau von Gottfried Böhm

1967 entschloss sich das Erzbistum  zum Neubau eines Museums, das auf der Südwestseite des Domes entstehen sollte, wo sich bis zur Kriegszerstörung eine drei- bis fünfgeschossige Fachwerkbebauung befunden hatte. Der durch einen begrenzten Wettbewerb ermittelte, vom Preisgericht am 12. Februar 1969 einstimmig favorisierte Entwurf des Kölner Architekten Prof. Gottfried Böhm gelangte in leicht veränderter Form zur Ausführung. Am 25. Mai 1975 konnte der Neubau  seiner Bestimmung übergeben werden.

Neubau des Diözesanmuseums ca. 1973

Konzept und bauliche Merkmale

Die in zwölf Stufen allmählich aufsteigenden Ausstellungsebenen einschließlich der Außenfassaden hängen an einer Trägerkonstruktion von vier Stützen über mittelalterlichen Gewölberäumen, u.a. dem ehemaligen Wohnpalast des Paderborner Bischofs Meinwerk (1009–1036). Mit seiner Transparenz nach innen und außen, mit seinem großen Hauptraum, der keine trennenden Zwischenwände und Kabinette im herkömmlichen Sinne mehr kennt, stand das Diözesanmuseum in Paderborn beispielhaft für die Museumskonzeption der späten 1960er Jahre, einer aus der Rückschau betrachtet für die weitere Entwicklung ganz entscheidenden Zeit, in der man das Museum alten Stils in Frage stellte und um ein neues Selbstverständnis stritt.

Der Ruf „Weg vom verstaubten Musentempel – hin zu mehr Offenheit und Transparenz!“ war im Böhm‘schen Museum in Paderborn gebaute Wirklichkeit geworden. Es trug die Signatur des Architekten bis ins Detail der Vitrinen und Postamente.

Mit seinen gestuften Bleifassaden behauptet es sich selbstbewusst wie ein skulptural aufgefasstes Schreingehäuse neben dem Dom, welches die typische und heute durchweg problematisch empfundene Formensprache der Architektur seiner Zeit weit hinter sich ließ. Das Diözeanmuseum fügt sich gerade heute harmonisch, aber unverwechselbar in die Umgebung des Dom- und Marktplatzes.

Vom Umbau 1992/93 bis heute

Leider wurde das Haus seiner Bestimmung vor allem aus konservatorischer Sicht nicht gerecht. Daher fasste der Träger des Museums, das Erzbistum Paderborn, den Entschluss, unter Hinzuziehung internationaler Fachleute eine umfassende Sanierung des Museums zu planen und durchzuführen. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Diözesanmuseum  Jahren am 18. Juni 1993 wiedereröffnet. Die herausragende Bedeutung dieses Ereignisses für Stadt, Region und Erzbistum unterstrich die Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl, der die Festansprache hielt.

In den zurückliegenden Jahren nach 1993 hat sich das Diözesanmuseum zu einem lebendigen Forum der Begegnung mit den Zeugen kirchlicher Kunst- und Kultur entwickelt. Kleinere Um- und Ausbauten im Innern des Hauses wurden im Zuge mehrerer Großausstellungen nach 1999 durchgeführt.

Sichtbare Veränderungen – Bildvergleiche anhand von 8 Beispielen

Das innere und äußere Erscheinungsbild des Diözesanmuseum verändert sich infolge konzeptioneller Anpassungen, der Erfordernisse von Sonderausstellungen und regelmäßiger Umgruppierungen des Sammlungsbestandes. Die größte dieser Veränderungen war der Umbau 1992/93.

Der Prozess dauert kontinuierlich an.

Das Diözesanmuseum aus der Blickrichtung vom Schildern

ca. 1979 / 2017

Das Diözesanmuseum aus der Blickrichtung nach Westen

ca. 1983 / 2018

Hauptraum mit Blick nach Westen

ca. 1981 / 2017

Hauptraum mit Blick nach Süstosten

ca. 1977 / 2013

Ebene 6

ca. 1983 / 2017

Ebene 5

ca. 1977 / 2017

Ebene 8 – Blick zur Imad-Madonna

ca. 1977 / 2010

Kleiner Gewölberaum in der Schatzkammer

ca. 1982 / 2009

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